Bischdorf steht wieder Kopf: Am ersten Augustwochenende verwandelt sich der kleine Ort mit rund 200 Einwohnern in eine ungewöhnliche Wettkampf- und Party-Arena. Beim traditionellen Teichfahren balancieren rund 35 Teilnehmer auf schmalen Brettern über den Dorfteich – spektakuläre Stürze sind dabei vorprogrammiert. Organisator Fritz Heinze erwartet bis zu 1500 Gäste aus Nah und Fern.
Schmale Bretter, kühles Nass
Auf dem Dorfteich ist ein anspruchsvoller Parcours aus Holzplanken aufgebaut. Kurven, Hindernisse und eine stellenweise nur 15 Zentimeter breite Fahrspur machen die Passage zu einer echten Mutprobe. „Die große Mehrheit fällt mindestens einmal hinein“, verrät Heinze. Wer also baden geht, ist keineswegs gescheitert – im Gegenteil: Für viele Teilnehmer zählt nicht die schnellste Zeit, sondern der schönste Abgang. Der eleganteste Sturz wird traditionell mit einer Urkunde ausgezeichnet.
Bereits seit 1953 wird das Teichfahren in Bischdorf ausgetragen. Was einst als originelle Idee begann, hat sich längst zu einem Kult-Event entwickelt, das Menschen aus der gesamten Region anlockt. Das Dorf im Süden Brandenburgs steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen des feucht-fröhlichen Wettkampfs.
Die Teilnehmer und der Wettbewerb
Das Teichfahren wird als Turnier ausgetragen. Die 35 Teilnehmer gehen einzeln an den Start und müssen die Strecke so schnell wie möglich – oder mit möglichst großer Eleganz – bewältigen. Im vergangenen Jahr sicherte sich Dominic Lehmann den Sieg. Ob er seinen Titel verteidigen kann, wird sich zeigen. Die Konkurrenz ist groß, und mit der diesjährigen Premiere einer Frau dürfte zusätzliche Spannung ins Spiel kommen.
„Die große Mehrheit fällt mindestens einmal hinein“, sagt Organisator Fritz Heinze. Diese Erfahrung teilen offenbar viele Fahrer. Die Zuschauer haben ihren Spaß an den unvermeidlichen Abkühlungen im Dorfteich. Die Stimmung am Ufer ist ausgelassen, angefeuert wird mit lauten Rufen und Applaus.
Erstmals eine Frau am Start
Eine Besonderheit in diesem Jahr: Erstmals hat sich nach Angaben der Organisatoren eine Frau für das Teichfahren angemeldet. Damit könnte es bei der diesjährigen Auflage eine Premiere geben. Die Organisatoren sind gespannt auf das Abschneiden der mutigen Teilnehmerin. Vielleicht bringt sie frischen Wind ins Rennen und mischt die etablierte Männerrunde gehörig auf.
Das Event ist aber nicht nur für die Teilnehmer ein Erlebnis. Auch das Rahmenprogramm hat es in sich: Neben dem Teichfahren gehört das traditionelle Badewannenrennen zum Programm. Dann heißt es wieder: Wer erreicht mit seiner Badewanne am schnellsten das Ziel? Auch hier sind spektakuläre Wassereinlagen garantiert.
Ein seltenes Brauchtum in Brandenburg
Das Bischdorfer Teichfahren gehört zu einer seltenen Brandenburger Tradition. Seit 1953 gibt es sie in dem kleinen Ort. Einen ähnlichen Wettbewerb gibt es auch im Elbe-Elster-Dorf Ossak. Diese ungewöhnlichen Wassersport-Wettkämpfe sind ein Stück regionaler Identität und ziehen jedes Jahr Schaulustige aus der gesamten Region an.
Bis zu 1500 Gäste werden zum Spektakel am Dorfteich erwartet. Die Anwohner öffnen ihre Gärten und Höfe, für Verpflegung ist gesorgt. Das Fest rund um den Wettkampf bietet zudem Musik und Unterhaltung für die ganze Familie. Für viele Besucher ist das Teichfahren der Höhepunkt des Sommers.
Respekt und Gelassenheit
Wer selbst auf die Bretter steigen möchte, braucht nicht nur sportliches Geschick, sondern auch eine gehörige Portion Gelassenheit. Denn eines ist sicher: Der Sprung ins kühle Nass gehört zum Programm. Die Teilnehmer gehen freiwillig das Risiko ein, und genau diese Mischung aus Mut und Spaß macht den Reiz des Teichfahrens in Bischdorf aus.
Die Organisatoren haben auch in diesem Jahr wieder viel Zeit und Mühe in den Aufbau des Parcours gesteckt. Fritz Heinze und sein Team sorgen dafür, dass alles sicher ist und die Zuschauer beste Sicht haben. Am Ende bleibt ein unvergessliches Erlebnis, das die Dorfgemeinschaft stärkt und Besucher aus nah und fern begeistert.



