Die Toten Hosen: Campino über das letzte Album – „So ist es jetzt“
Die Toten Hosen: Campino über das letzte Album – „So ist es jetzt“

Die Toten Hosen veröffentlichen Ende Mai ihr neues Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“, das ihr letztes sein soll. Die dazugehörige Tournee ist bereits ausverkauft. Frontmann Campino (63) sprach mit der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf über die Entscheidung, nach über 40 Jahren keine weiteren Alben mehr aufzunehmen.

Auf die Frage, warum es neun Jahre nach „Laune der Natur“ gedauert hat, erklärte Campino: „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir faul waren. Wir hatten eine Unplugged-Tour geplant, die wegen Corona ausfallen musste. In dieser Zeit habe ich das Buch ‚Hope Street‘ geschrieben und wir haben ein Cover-Album eingespielt.“ Er fügte hinzu: „Wenn ich mir überlege, dass wir fürs nächste Album wieder neun Jahre brauchen würden, wäre ich in den 70ern – das mag ich mir nicht vorstellen. Deshalb ist das Gefühl da, dass dies die letzte Scheibe ist.“

Campino betonte, dass sich die Band nicht auflöst und die anstehende Tournee nicht die letzte sein muss. „Wann das letzte Konzert gespielt wird, haben wir noch nicht bestimmt. Wir als Band können uns in dem Sinne gar nicht auflösen, weil wir eine Verabredung auf dem Düsseldorfer Südfriedhof haben, wenn es mal mit uns in die Kiste geht.“ Er ergänzte: „Wir sind immer schon mehr gewesen als die Musik. Es braucht uns nicht mehr ewig als Band in der Öffentlichkeit.“

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Die Entscheidung sei nicht einstimmig gefallen, so Campino: „Der eine würde vorher, der andere eher später Schluss machen. Das erarbeiten wir zusammen und versuchen eine Linie zu finden. So eine Entscheidung kommt nicht über Nacht, das reift über einen gewissen Zeitraum. Und so ist es jetzt.“

Zum Proberaum, in dem ein Schild mit der Aufschrift „Du musst heute nicht proben, Du darfst heute proben!“ hängt, sagte Campino: „Wir haben totales Glück, der Proberaum ist 20 Meter von hier und es ist ein schönes Zuhause.“ Auf die Frage nach einem vergessenen Paket Kokain im Proberaum antwortete er: „Wenn man tief genug gräbt, wird sicherlich noch etwas aus bösen Zeiten zu finden sein. Aber es versteckt sich halt und liegt jahrzehntelang zwischen den Ritzen. Wenn man es finden würde, wäre es wahrscheinlich nicht mehr genießbar.“

Der Mietvertrag für den Proberaum sei nicht gekündigt: „Nein, das lassen wir weiterlaufen. Man kann so ein Unternehmen nicht über Nacht stoppen. Unsere Plattenfirma betreut auch andere Bands. Niemand muss hier Angst um seinen Arbeitsplatz haben.“ Auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt vom Rücktritt antwortete Campino: „Uns gibt es jetzt bald 45 Jahre, da sollte man uns wenigstens die Ernsthaftigkeit unserer Überlegungen abnehmen und dass das nicht leichtfertig ist, was wir da entschieden haben.“

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