Phil Collins: „Meine Nieren versagten“ – Kampf ums Leben
Phil Collins: „Meine Nieren versagten“ – Kampf ums Leben

Phil Collins hat in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Times“ offenbart, dass er wegen seiner Alkoholsucht im vergangenen Jahr beinahe gestorben wäre. Der 75-Jährige kämpfte im April 2024 in einem Schweizer Krankenhaus um sein Leben. „Meine Nieren versagten, meine Organe stellten einfach ihre Arbeit ein. Leute kamen, um sich zu verabschieden“, sagte Collins der Zeitung. An diese dramatischen Momente könne er sich bis heute nicht erinnern. „Sie machten sich alle Sorgen, dass sie mich nie wiedersehen würden. Es hätte alles so schrecklich schiefgehen können“, erklärte der Brite, der im Januar seinen 75. Geburtstag gefeiert hatte.

Wie „The Times“ weiter berichtet, wurde Collins bereits im November 2023 in die Klinik eingeliefert. Kurz vor Weihnachten entließen ihn die Ärzte, doch nur wenige Wochen später musste er erneut auf die Intensivstation. Am Ende verbrachte der Sänger insgesamt sieben Monate in medizinischer Behandlung in der Schweiz. Während dieser Zeit hätten sich Freunde und Familie große Sorgen gemacht, ob er jemals wieder gesund würde. Collins selbst habe von all dem kaum etwas mitbekommen.

Alkoholsucht: „Ich trank Wein zum Frühstück“

Den Zusammenbruch führt Collins auf seinen „außer Kontrolle“ geratenen Alkoholkonsum zurück. „Ich trank Wein, wenn ich aufwachte. Das war das, was ich zum Frühstück wollte, ein Glas Wein“, wird er in dem Bericht zitiert. Er habe großes Glück gehabt, diese Zeit zu überleben. „Selbstverständlich habe ich seitdem keinen Tropfen mehr getrunken“, betonte er. Der Musiker ist überzeugt, dass seine Sucht ihn an den Rand des Todes gebracht hat und nur die medizinische Behandlung in der Schweiz ihm das Leben rettete.

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Offen spricht Collins auch über seinen aktuellen Alltag nach der Klinik. Der Musiker, der mit Hits wie „In the Air Tonight“ Musikgeschichte schrieb, lebt dem Bericht zufolge inzwischen allein in der Schweiz. Eine Krankenschwester wohne rund um die Uhr bei ihm und kümmere sich um den geschwächten Künstler. Trotz seiner körperlichen Einschränkungen sehnt er sich nach menschlicher Nähe.

„Ich würde gerne noch einmal verliebt sein“

Auf die Frage nach seinen Wünschen antwortete Collins: „Ich würde gerne noch einmal verliebt sein. Ich hätte gerne eine Beziehung. Würde gerne jemanden küssen, zum Beispiel. Also ganz einfache Dinge.“ Doch auf die Nachfrage, was er dafür tun könne, wurde er nachdenklich: „Ich glaube, dafür ist es wahrscheinlich zu spät. Ich bin kein sehr geselliger Mensch. Ich gehe nicht aus.“ Damit deutete er an, dass er keine großen Hoffnungen mehr auf eine neue Liebe hat.

Der fünffache Vater blickt auf ein bewegtes Privatleben zurück. Phil Collins war in seinem Leben dreimal verheiratet. Aus diesen Beziehungen stammen seine fünf Kinder, darunter die Schauspielerin Lily Collins, bekannt aus der Serie „Emily in Paris“. Nach der Scheidung von Orianne im Jahr 2006 verfiel er in eine schwere Krise und begann, exzessiv Alkohol zu trinken. In seiner Autobiografie „Not Dead Yet“ (deutscher Titel: „Da kommt noch was“) beschrieb er eindringlich, wie er in dieser Zeit den Halt verlor.

2016 kam es zu einem überraschenden Comeback: Phil Collins und Orianne fanden wieder zueinander. Doch die erneute Beziehung mit der Mutter seiner Söhne Matthew – inzwischen Fußballspieler bei Austria Salzburg – und Nicholas hielt nicht lange. Sie endete in einem erbitterten Rechtsstreit, den die britische Boulevardpresse genüsslich ausschlachtete. Die öffentliche Auseinandersetzung bedeutete einen weiteren Tiefpunkt in seinem Leben.

Heute lebt Collins zurückgezogen in der Schweiz. Wie es ihm gesundheitlich geht, bleibt Privatsache. In dem Gespräch mit „The Times“ machte er jedoch deutlich, wie dankbar er ist, noch am Leben zu sein. „Es hätte alles so schrecklich schiefgehen können.“

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