Constantin Schreiber verlässt Axel Springer zum Jahresende
Constantin Schreiber verlässt Axel Springer zum Jahresende

Constantin Schreiber verlässt zum Ende des Jahres 2026 das Medienhaus Axel Springer. Das gab der frühere „Tagesschau“-Sprecher in einem Video auf Instagram und YouTube bekannt. Ein Sprecher des Medienkonzerns bestätigte die Personalie auf Anfrage. Damit endet sein Engagement bei dem Verlag nach rund 15 Monaten – eine für die Branche überraschend kurze Zeit.

„Ich glaube daran, dass Veränderung im Beruf immer gut ist“

Schreiber sagte in dem Video, er habe sich schon vor einiger Zeit entschieden, künftig neue Wege zu gehen. Er werde sich zum Ende des Jahres von Axel Springer verabschieden und im kommenden Jahr 2027 eine neue Aufgabe annehmen. Unter dem Video schrieb er: „Ich glaube daran, dass Veränderung im Beruf immer gut ist, um weiter zu wachsen – unabhängig davon, wie sehr man im Job schon angekommen ist.“

Der 47-jährige Journalist hatte im September 2025 seine Tätigkeit bei dem Medienunternehmen aufgenommen. Zunächst berichtete er aus Tel Aviv und New York über die Region Naher Osten und internationale Brennpunkte. Seine Zeit bei Springer bezeichnete Schreiber als „sehr spannend“, insbesondere seine Zeit in Israel, als der Krieg mit dem Iran ausgebrochen war.

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Rückzug aus der Auslandsberichterstattung

Im April 2026 hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass sich Schreiber künftig stärker auf Podcast-Formate konzentrieren und aus familiären Gründen von Deutschland aus arbeiten werde. Seine Stammredaktion bei Axel Springer ist die „Welt“. Damit rückte er von der Rolle des Auslandskorrespondenten ab und war fortan in Deutschland tätig.

Die „Welt“ gehört zu den großen überregionalen Zeitungen des Landes. Axel Springer ist eines der führenden Medienhäuser in Deutschland. Für Schreiber war die Stammredaktion „Welt“ die redaktionelle Heimat während seiner Zeit im Konzern.

Kritik nach Interview zum CSD-Anschlag

In den letzten Wochen war Schreiber allerdings auch in die Kritik geraten. Nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin hatte er der FDP-Politikerin Karoline Preisler eine Plattform geboten. Preisler hatte zuvor einen unbeteiligten Mann fälschlicherweise als Verdächtigen identifiziert. Dies brachte ihr und dem Interview scharfe Kritik von Journalistenkollegen ein.

Schreiber verteidigte das Interview nicht öffentlich. Die Kontroverse zeigt, wie herausfordernd die Berichterstattung über Terroranschläge sein kann. Schnell verbreitete Informationen können sich als falsch erweisen, gerade in einem aufgeheizten Klima.

Vom Jura-Studium zum Grimme-Preis

Constantin Schreiber hat eine lange Karriere im Journalismus hinter sich. Nach dem Jura-Studium und dem anschließenden journalistischen Volontariat arbeitete er mehrere Jahre als Reporter im Nahen Osten. Zudem war er drei Jahre als Medienreferent im Auswärtigen Amt in Berlin tätig. Von 2012 bis 2017 arbeitete Schreiber für den Nachrichtensender ntv. Für die Sendereihe „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ erhielten er und sein Redaktionsteam 2017 den Grimme-Preis, eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen. Über die Jahre veröffentlichte er zudem mehrere Bücher.

Die Sendereihe „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ galt als wichtiges Integrationsprojekt. Sie half Geflüchteten, sich in Deutschland zurechtzufinden und verständlich vermittelte Informationen zu erhalten. Dafür wurde Schreiber mit seinem Team ausgezeichnet.

Die Stationen seiner Karriere

  • Jura-Studium und journalistisches Volontariat
  • Mehrere Jahre als Reporter im Nahen Osten
  • Drei Jahre Medienreferent im Auswärtigen Amt
  • 2012 bis 2017: Journalist bei ntv
  • 2017: Grimme-Preis für „Marhaba – Ankommen in Deutschland“
  • September 2025: Wechsel zu Axel Springer
  • Ende 2026: Abschied von Axel Springer

Offene Zukunft ab 2027

Welche neue Aufgabe Schreiber im kommenden Jahr übernehmen wird, hat er nicht verraten. Er kündigte nur an, dass er 2027 eine neue Herausforderung annehmen werde. Klar ist, dass er Axel Springer zu einem Zeitpunkt verlässt, an dem er sich gerade auf Formate wie Podcasts konzentriert hat.

Mit seinem Abschied verliert der Konzern eine prominente Stimme. Schreiber selbst sieht die Veränderung als Chance. Sein Leitsatz: Wer im Beruf wachsen will, muss sich immer wieder neu erfinden.

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