Der Vater der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse, Mitch Winehouse, muss zwei Freundinnen seiner Tochter 950.000 Pfund (rund 1,1 Millionen Euro) zahlen. Das entschied eine britische Richterin, nachdem Mitch Winehouse im April einen Prozess um den Verkauf von persönlichen Gegenständen der Musikerin verloren hatte. Richterin Sarah Clarke erklärte, der Vater der Sängerin habe dem Ruf, den Karrierechancen, der finanziellen Sicherheit und der Gesundheit der beiden Frauen geschadet.
Hintergrund des Rechtsstreits
Die ehemalige Stylistin Naomi Parry und die ehemalige Mitbewohnerin Catriona Gourlay hatten zwischen 2021 und 2023 mehr als 150 Objekte verkauft, die Amy Winehouse zu Lebzeiten gehört hatten. Darunter befanden sich Handtaschen, Kleider, Kosmetik und ein Kleid, das die Sängerin bei ihrer letzten Tour im Juni 2011 getragen hatte. Mit den Verkäufen erzielten die beiden Frauen mehr als 1,4 Millionen Dollar.
Mitch Winehouse zog gegen Parry und Gourlay vor Gericht und argumentierte, sie hätten die Objekte nicht verkaufen dürfen. Sein Anwalt warf den Frauen vor, sie hätten die „Vergesslichkeit“ des Vaters ausgenutzt. Parry habe gewusst, dass Mitch Winehouse keinen Überblick über diese Dinge gehabt habe.
Urteil des Gerichts
Parry und Gourlay bestritten dagegen, unehrlich gehandelt zu haben. Amy Winehouse habe ihnen die Gegenstände geschenkt oder geliehen. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die beiden Frauen dem Vater der verstorbenen Sängerin nichts verheimlicht hätten. Dieser habe „die ganze Zeit über“ von den geplanten Verkäufen gewusst – und habe erst im Anschluss Geld gefordert.
Richterin Sarah Clarke ging hart mit Mitch Winehouse ins Gericht. „Der Kläger entschied sich dafür, eine von vornherein schwache Klage einzureichen, diese aggressiv und unerbittlich bis zum Ende zu verfolgen und schwerwiegende sowie unbegründete Vorwürfe gegen die Beklagten zu erheben“, sagte sie. Dass er dies „zwei jungen Frauen“ angetan habe, „die treu an der Seite von Amy“ gestanden hätten, mache dieses „unvernünftige Verhalten besonders schwerwiegend“.
Hintergrund der Freundinnen
Gourlay und Parry hatten Amy Winehouse zu Beginn der 2000er-Jahre kennengelernt, noch bevor die Sängerin weltberühmt wurde. Parry designte einige der bekanntesten Outfits der Sängerin, unter anderem das Minikleid mit grün-schwarzen Bambusmuster, das Winehouse bei ihrem letzten Konzert trug. Der Auftritt in Belgrad im Sommer 2011 wurde zu einem Fiasko, weil Winehouse vom Alkohol gezeichnet auf der Bühne torkelte. Die weiteren geplanten Auftritte der Tournee wurden danach abgesagt. Einen Monat später, am 23. Juli 2011, starb Winehouse im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung.



