In Eisenhüttenstadt ist zum ersten Mal in Brandenburg ein Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) entfernt worden. Fachleute mit Spezialausrüstung rückten gegen die eingeschleppte Art an. „Das Nest ließ sich ganz gut entfernen“, sagte Imker Holger Ackermann, Sprecher des Imkerverbandes Brandenburg. „Auch die Königin sei dabei gewesen. Ich habe sie mit eigenen Augen gesehen.“ Die Entfernung der Königin ist entscheidend, da sie den Insektenstaat gründet und Eier legt.
Spezialeinsatz in Eisenhüttenstadt
Bisher gab es in Brandenburg keinen Nachweis der Asiatischen Hornisse – einer eingeschleppten Art, die in Deutschland nicht heimisch ist. Sie ist jedoch vor allem im Süden und Westen Deutschlands längst verbreitet. Die Spezialisten in Schutzanzügen, mit Hauben und Handschuhen beseitigten den Hornissenbau an einem Dachvorsprung eines Bürogebäudes. Das Nest mit der Königin wurde in einer Plastikbox verstaut, die mit einem Spezialsauger abgesaugten Arbeiterinnen in einem zweiten Plastikgefäß eingesammelt, erklärte das Landesumweltamt. Die Hornissen würden durch Einfrieren getötet. Ein zugelassenes Insektizid zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse gibt es bislang nicht.
Gefahr für Artenvielfalt, Bienen und Obstanbau
Die Hornissenart gilt als Gefahr für die Artenvielfalt, vor allem für Honigbienen. Ihre Nester müssen deutschlandweit bekämpft werden. Als besonders markant bei der Asiatischen Hornisse gelten ihre gelben Beine – die heimische Europäische Hornisse hat diese nicht. Die Experten hoffen, dass sich eine Verbreitung verhindern lässt. Imker Ackermann sagte: „Wenn es das einzige Nest in der Region gewesen sei, dürfte die Asiatische Hornisse für diese Saison Geschichte sein.“
Wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse?
Für Menschen stellt eine einzelne Asiatische Hornisse in der Regel keine Gefahr dar, wie das Agrar- und Umweltministerium am Donnerstag mitteilte. „Sie verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen.“ Auch Ackermann hält Panik nicht für angebracht: „Es ist keine Killer-Hornisse.“ Aber Vorsicht ist dennoch ratsam: Die Tiere könnten ihre Nester, die sie etwa an Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen anlegen, bei Störungen aggressiv verteidigen. Da sich die Hornisse rasch ausbreitet und vor allem Honigbienen frisst, wird sie zum Problem für Imker. Durch Fraßschäden kann auch der Obst- und Weinbau beeinträchtigt werden.
Herkunft und Mithilfe der Bevölkerung
Wie genau die Asiatische Hornisse nach Brandenburg kam, war unklar. „Der aktuelle Fund an der östlichen Landesgrenze überrascht und geht mutmaßlich auf eine vom Menschen versehentlich verschleppte Königin zurück“, teilte das Agrar- und Umweltministerium mit. Die Fachleute rechneten mit Funden eher im westlichen Brandenburg, weil Vorkommen an der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen nachgewiesen wurden. Die Behörden bitten um Mithilfe der Bevölkerung: Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte den Fund melden. Wichtig sind Fotonachweise sowie Angaben zu Fundort, Uhrzeit und Datum der Sichtung.



