Kurische Nehrung: Der längste Strand Europas besteht komplett aus Dünen
Endloser Sand, soweit das Auge reicht. 98 Kilometer Küste – der längste Strand Europas zieht sich über zwei Länder. Die Kurische Nehrung ist nur wenige Stunden von Deutschland entfernt.
Europas längster Strand
52 Kilometer in Litauen, 46 in Russland – zusammen 98 Kilometer Sand, Wind und Wellen. Die Kurische Nehrung trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Das Besondere daran ist, dass der Strand komplett aus Wanderdünen besteht.
„Sahara der Ostsee“
Wer hier entlangspaziert, fühlt sich plötzlich wie in Afrika. Die Dünen türmen sich meterhoch auf, an manchen Stellen würde man sich nicht wundern, plötzlich eine Kamelkarawane zu sehen. Kein Wunder, dass dieser Ort den Spitznamen „Sahara der Ostsee“ trägt. Die höchste Düne ist die Parnidisdüne. Bis zu 60 Meter ragt sie auf und ist somit eine der größten Wanderdünen Europas. Jedes Jahr zieht sie tausende Touristen an.
Thomas Mann liebte die Nehrung
Auch Schriftsteller Thomas Mann gehörte zu den Bewunderern der Landschaft. In seinem Tagebuch notierte er: „Der Landstreifen ist 96 Kilometer lang und so schmal, dass man ihn in 20 Minuten oder einer halben Stunde bequem vom Haff zur See überqueren kann.“
Zwei Länder, ein Naturwunder
Litauen und Russland teilen sich dieses Naturphänomen. Am südlichen Ende der Kurischen Nehrung, rund 30 Kilometer von Kaliningrad entfernt, beginnt der russische Teil. Das nördliche Ende liegt in Litauen in Smiltynė, einem Stadtteil von Klaipėda.
Wanderdünen mit gefährlicher Vergangenheit
Früher bewegten sich die Dünen jedes Jahr bis zu 15 Meter. Vier ganze Dörfer sowie zwei Friedhöfe in Litauen verschwanden unter dem Sand. So kam der Name „Deadly Dunes“ auf. Erst im 19. Jahrhundert gelang es Forschern, die Dünen durch Bepflanzung zu stoppen. Seit dem Jahr 2000 steht die Kurische Nehrung als UNESCO-Weltnaturerbe unter besonderem Schutz.
So kommt man hin
Wer aus Deutschland anreist, fliegt am besten nach Palanga (PLQ) in Litauen. Von dort sind es nur wenige Kilometer nach Klaipėda, wo die Fähre auf die Nehrung übersetzt. Alternativ führt der Weg mit dem Auto über Polen und Litauen, ebenfalls mit einer Fähre am Ende. Bequem und maritim ist die DFDS-Fährverbindung von Kiel oder Rostock nach Klaipėda. Die Überfahrt dauert rund 20 Stunden, danach geht es mit der nächsten Fähre auf die Kurische Nehrung.
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