WM-Public-Viewing in Gaza: Organisator bei Drohnenangriff getötet
WM-Public-Viewing in Gaza: Organisator getötet

Der Organisator der WM-Übertragungen im Gazastreifen, Mohammed al-Wahidi, ist bei einem israelischen Drohnenangriff getötet worden. Der 57-Jährige war auf dem Weg zu einem Public Viewing in Gaza-Stadt, als eine israelische Drohne sein Taxi traf. Al-Wahidi erlag kurz darauf im Krankenhaus seinen Verletzungen. Bei dem Angriff wurden außerdem ein Passant und zwei acht und zehn Jahre alte Brüder getötet, die auf dem Heimweg vom Fußballspielen waren.

Hintergrund: WM-Übertragungen als Ablenkung vom Krieg

Al-Wahidi, ein ehemaliger Englischlehrer, hatte in Gaza-Stadt, Deir al-Balah und der Region al-Mawasi große Leinwände aufgestellt, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, die WM-Spiele Ägyptens zu verfolgen. Die Übertragungen boten den Bewohnern eine willkommene Ablenkung von der alltäglichen Zerstörung und dem Leid. Bilder von feiernden Palästinensern zwischen den Trümmern gingen um die Welt. Besonders der Erfolg Ägyptens, das im Achtelfinale gegen Argentinien antrat, begeisterte die Menschen in der gesamten Region.

Al-Wahidis Rolle in der humanitären Hilfe

Al-Wahidi war Direktor der Hilfsorganisation „Egyptian Relief Committee in the Gaza Strip“, die von Ägypten unterstützt wird. Zweieinhalb Jahre lang koordinierte er Essenslieferungen und betrieb Camps für vertriebene Palästinenser. Er war ein bekanntes Gesicht vor Ort und verbrachte viel Zeit mit den Menschen. „Er war eine Tür der Hoffnung, die sich jeden Tag für vertriebene Menschen und die, die alles verloren haben, öffnete“, schrieb der Aktivist Mohammed Hmeid über ihn.

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Reaktionen und Ermittlungen

Die israelische Armee erklärte, man habe ein Hamas-Mitglied treffen wollen, bedauere aber die Tötung Unbeteiligter. Al-Wahidi sei nicht das Ziel gewesen. Sein Sohn betonte bei der Beerdigung, sein Vater habe keinerlei Verbindung zur Hamas gehabt. Die israelischen Behörden leiteten eine Untersuchung ein. „Die israelische Armee bedauert jeglichen Schaden für Unbeteiligte und ergreift alle möglichen Maßnahmen, um diesen zu minimieren“, hieß es in einer Stellungnahme.

Gefahr für Helfer trotz Waffenruhe

Der Angriff zeigt die anhaltende Gefahr für Hilfsorganisationen in Gaza, trotz der seit Oktober 2025 geltenden Waffenruhe. Die UNO zählte bis Ende April 593 getötete Mitarbeiter von Hilfsorganisationen seit Kriegsbeginn, davon acht seit Beginn der Waffenruhe.

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