Wenn die Mexikaner bei der WM den Rechteinhaber Televisa einschalten, sehen sie Maria Fernanda Mora (34) als bekanntes Gesicht. Was die meisten Zuschauer jedoch nicht wissen: Die Journalistin spricht fließend Deutsch und schwärmte früher für Spieler der DFB-Auswahl.
Schulzeit an der Deutschen Schule
Maria Fernanda Mora erklärte gegenüber BILD: „Ich habe mein Abitur mit der Note 2,0 an der Deutschen Schule Alexander von Humboldt in Mexiko-Stadt gemacht. Mathematik, Physik, Chemie, Biologie – der gesamte Unterricht war auf Deutsch. Ursprünglich wollte ich danach Architektur studieren.“
Die Schule bot ein Stipendium an, das jedoch an eine andere Schülerin vergeben wurde. Maria erinnert sich: „Ich war unglaublich enttäuscht und wusste zunächst nicht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte.“
Der Weg zum Journalismus
Die Lösung fand sie im Sportbloggen. Dadurch wurde die Zeitung Milenio auf sie aufmerksam. Dort begann sie als Praktikantin und arbeitete später für gerade einmal 700 Pesos (etwa 35 Euro) im Monat. Die Reisekosten zu Turnieren zahlte sie aus eigener Tasche.
Über Stationen bei ESPN und Fox Sports Mexico führte ihr Weg schließlich zu Televisa. Ihre Deutschkenntnisse kamen ihr während ihrer Karriere besonders bei einem Interview mit Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg (38) und seinem mexikanischen Kollegen Sergio Pérez (36) zugute. Sie erzählt: „Nico war gelangweilt, weil alle Reporter nur mit Pérez sprechen wollten. Also sagte ich auf Deutsch: ‚Nico, hallo, wie geht’s? Uns versteht hier keiner. Also erzähle mir mal was über Sergio – was hört er zum Beispiel für Musik in der Box?‘ Hülkenberg fing sofort an zu lachen und antwortete: ‚Popmusik, aber die mag ich gar nicht.‘ Checo verstand dank seiner Jugendjahre in Deutschland ebenfalls alles und musste lachen. Die Dynamik war komplett verändert.“
WM 2026: Die deutsche Stimme im mexikanischen Fernsehen
Neben dem mexikanischen Fußball verfolgt Maria auch den deutschen. Ihre Lieblingsmannschaft ist Borussia Dortmund: „Die Gelbe Wand ist einfach der Wahnsinn.“
Sollte Mexiko bei der WM früh ausscheiden, wird sie die Mannschaft von Julian Nagelsmann (38) unterstützen. Allerdings ist ihre Begeisterung für die DFB-Elf nicht mehr ganz so groß wie früher: „Thomas Müller, Mats Hummels, Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski waren tolle Spieler. Und für Oliver Kahn habe ich ein bisschen geschwärmt...“
Warum die Deutsche Schule?
Bleibt die Frage, warum sie die Deutsche Schule in Mexiko besucht hat. Ihre Antwort: „Niemand in meiner Familie spricht Deutsch, aber meine Mutter interessiert sich schon lange für die deutsche Kultur und die Sprache. Sie wollte, dass ich neben Englisch und Spanisch noch eine dritte Sprache lerne. Ich habe es bis heute nicht bereut.“



