Im Fall eines vermissten Mädchens in Südfrankreich ist eine Leiche entdeckt worden. Wie die französischen Medien berichten, wurde nahe Toulouse in einem Getreidesilo eine Kinderleiche gefunden, die ähnliche Kleidung trug wie die elfjährige Vermisste zum Zeitpunkt ihres Verschwindens. Staatsanwalt Olivier Naboulet teilte mit, dass eine Obduktion nun Gewissheit über die Identität und die Todesursache bringen soll.
Vermisste Elfjährige: Hintergründe des Falls
Das Kind hatte sich nach dem Ende der Schule am Freitagnachmittag vergangener Woche in der kleinen südfranzösischen Gemeinde Fleurance bei Toulouse nicht mehr gemeldet. Später wurde ein 41-jähriger Mann festgenommen, in dessen Auto das Mädchen nach Aufnahmen von Überwachungskameras am Nachmittag mitgefahren war. Der Mann gab an, das Kind auf dessen Bitte hin am Schwimmbad abgesetzt zu haben, verstrickte sich jedoch in Widersprüche.
Vorwürfe gegen den Tatverdächtigen
Wie sich herausstellte, lagen mehrere Hinweise und Anzeigen gegen den Mann vor, insbesondere wegen Vergewaltigung von Minderjährigen. Justizminister Gérald Darmanin bezeichnete den Umgang der Justiz mit diesen Hinweisen als „völlig inakzeptabel“. Er sagte: „Wir sind alle entsetzt über dieses Versagen, das unsere schlechte Organisation offenbart und zweifellos im Justizministerium wie auch anderswo darauf hindeutet, dass wir die Aussagen von Kindern nicht ernst nehmen.“
Krisensitzung angekündigt
Aufgrund der Hinweise auf ein mögliches Justizversagen hat der Fall in Frankreich bereits für große Aufregung gesorgt. Premierminister Sébastien Lecornu wolle am Freitag eine Krisensitzung mit dem Justiz- sowie dem Innenminister anberaumen, berichtete der Sender BFMTV. Die französische Öffentlichkeit zeigt sich bestürzt über die Ereignisse und fordert eine gründliche Aufklärung des Falls.



