Trotz Spannungen: Russen und US-Astronaut fliegen gemeinsam zur ISS
Trotz Spannungen: Russen und US-Astronaut fliegen zur ISS

Trotz der anhaltenden Spannungen aufgrund des russisch-ukrainischen Krieges haben zwei russische Kosmonauten und ein US-amerikanischer Astronaut gemeinsam an Bord eines Sojus-Raumschiffs die Internationale Raumstation ISS erreicht. Die Mission unterstreicht die fortbestehende Kooperation im Weltall, während auf der Erde Sanktionen und Konflikte das Verhältnis belasten.

Erfolgreiches Andocken nach Kurzflug

Die Sojus MS-29 startete am 14. Juli 2026 um 19.52 Uhr MESZ vom Raumfahrtbahnhof Baikonur in Kasachstan. Nach rund drei Stunden Flugzeit dockte das Raumschiff planmäßig am Modul „Pritschal“ der ISS an. Die staatliche russische Raumfahrtbehörde Roskosmos bestätigte den erfolgreichen Andockvorgang über den Nachrichtendienst Telegram. An Bord befanden sich die russischen Kosmonauten Pjotr Dubrow und Anna Kikina sowie der US-Astronaut Anil Menon, dessen Mutter ukrainische Wurzeln hat.

Gemischte Besatzung und erweiterte ISS-Crew

Mit der Ankunft des Trios erhöht sich die Zahl der Raumfahrer auf der ISS auf zehn. Bereits auf der Station befinden sich die US-Astronauten Jessica Meir, Jack Hathaway und Chris Williams, die Französin Sophie Adenot sowie die drei Russen Sergej Kud-Swertschkow, Sergej Mikajew und Andrej Fedjajew von der vorhergehenden 74. Mission, die im Februar gestartet war. Die 75. Mission ist ein weiteres Beispiel für die langjährige Zusammenarbeit zwischen den Raumfahrtnationen, die selbst in Zeiten politischer Differenzen fortgesetzt wird.

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Historischer Besuch des Nasa-Chefs in Baikonur

Zum ersten Mal seit acht Jahren reiste ein Leiter der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa zum Start einer gemeinsamen Mission nach Baikonur. Nasa-Chef Jared Isaacman beobachtete den Raketenstart gemeinsam mit dem Roskosmos-Generaldirektor Dmitrij Bakanow. Dieses Treffen symbolisiert die anhaltende Partnerschaft trotz der geopolitischen Spannungen. „Die Zusammenarbeit im All ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung in schwierigen Zeiten“, kommentierte Isaacman laut einer Nasa-Mitteilung.

Zusammenarbeit bis 2030 verlängert

Bei Gesprächen zwischen Bakanow und Isaacman wurde laut der russischen Nachrichtenagentur Tass eine Verlängerung der Zusammenarbeit bei der ISS bis 2030 vereinbart. Bakanow kündigte zudem eine Fortsetzung der wechselseitigen Flüge zur ISS bis zu deren Betriebsende an. Die Nasa listet auf ihrer Webseite bereits Pläne für Missionen bis 2032 auf. Russland plant jedoch eigenen Angaben zufolge ab 2028 den Bau einer neuen eigenen Raumstation, die Mitte der 2030er Jahre ihren Betrieb aufnehmen soll.

Herausforderungen und Zukunft der ISS

Die ISS ist ein gemeinsames Projekt der Nasa, Roskosmos, der europäischen Raumfahrtagentur Esa sowie der Raumfahrtbehörden Kanadas und Japans. Seit 1998 in Betrieb, ist sie die langlebigste Raumstation der Geschichte. Seit dem Jahr 2000 finden regelmäßig Langzeitmissionen statt. Allerdings macht die in die Jahre gekommene Station zunehmend Probleme, zuletzt durch ein Leck. Die Zusammenarbeit zwischen Russland und den anderen Teilnehmerstaaten ist seit der Annexion der Krim 2014 und dem Einmarsch in die Ukraine 2022 erschwert, dennoch wird die Kooperation im All fortgesetzt. Die 75. Mission zeigt, dass die ISS ein Symbol internationaler Verständigung bleibt.

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