Xi und Kim beginnen neue Ära: Experte ordnet Gipfeltreffen ein
Xi und Kim beginnen neue Ära: Experte ordnet Gipfel ein

Xi und Kim beginnen „neue Ära“: Experte ordnet Gipfeltreffen ein

Am Rande des Gipfeltreffens zwischen Chinas Machthaber Xi Jinping und Nordkoreas Führer Kim Jong Un in Pjöngjang wurde eine „neue Ära“ der bilateralen Beziehungen ausgerufen. Doch was steckt wirklich hinter dieser Ankündigung? Der Korea-Experte Eric Ballbach vom Institut für Koreastudien in Berlin ordnet die Entwicklungen ein und erklärt, warum Skepsis angebracht ist.

„Die Beziehungen zwischen China und Nordkorea waren seit dem Amtsantritt von Xi Jinping im Jahr 2013 alles andere als einfach“, sagt Ballbach. „Deshalb sollte man in die Formulierung der neuen Ära nicht allzu viel hineinlesen.“ Vielmehr gehe es um eine weitere Entspannung der Beziehungen, vor allem in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. Dass in diesem Jahr der Freundschaftsvertrag zwischen beiden Ländern sein 65. Jubiläum feiert, sei ein weiterer Grund für die freundlichen Worte.

Chinesische Perspektive im Vordergrund

Besonders auffällig ist laut Ballbach, was in den offiziellen Verlautbarungen aus Nordkorea nicht erwähnt wird: die chinesische Seite. „Interessant ist, was sie die nordkoreanische Seite nicht erwähnt – die chinesische aber schon“, so der Experte. Dies deute darauf hin, dass Nordkorea vor allem seine eigene Position stärken wolle, während China als strategischer Partner präsentiert werde.

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Die wirtschaftliche Zusammenarbeit steht im Fokus des Gipfels. China ist der wichtigste Handelspartner und Geldgeber Nordkoreas. Nach den Sanktionen der Vereinten Nationen und der Pandemie-bedingten Grenzschließungen sind die Beziehungen jedoch abgekühlt. Nun sollen neue Vereinbarungen getroffen werden, um den Austausch zu beleben.

Auswirkungen auf die Region

Die Annäherung zwischen Peking und Pjöngjang könnte auch Auswirkungen auf die regionale Sicherheit haben. Insbesondere die USA und Südkorea beobachten die Entwicklungen genau. „China spielt eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“, betont Ballbach. „Eine engere Zusammenarbeit mit Nordkorea könnte Chinas Einfluss stärken, aber auch die Spannungen mit dem Westen verschärfen.“

Ob die neue Ära tatsächlich zu einer dauerhaften Verbesserung der Beziehungen führt, bleibt abzuwarten. Die Geschichte zeigt, dass die Freundschaftserklärungen zwischen beiden Ländern oft von kurzer Dauer waren. Experten raten daher zu einer nüchternen Betrachtung der aktuellen Entwicklungen.

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