Ist die Türkei in der EU? Reise-Infos für Urlauber
Türkei & EU: Was Urlauber wissen müssen

Die Türkei ist nicht Teil der Europäischen Union. Das hat konkrete Auswirkungen für Urlauber, die in das Land am Bosporus reisen. Zwar besteht seit 1995 eine Zollunion zwischen der EU und der Türkei, doch die Freizügigkeit für Personen ist davon nicht umfasst. Wer in die Türkei einreist, benötigt weiterhin einen gültigen Reisepass oder Personalausweis. Für deutsche Staatsbürger ist die Einreise mit dem Personalausweis möglich, für viele andere EU-Bürger jedoch nicht.

Zollunion und ihre Grenzen

Die Zollunion zwischen der EU und der Türkei umfasst Industriegüter, nicht aber Agrarprodukte oder Dienstleistungen. Für Reisende bedeutet das: Bei der Ein- und Ausreise gelten spezielle Regelungen für Waren, die mitgeführt werden. So dürfen Urlauber beispielsweise Waren im Wert von bis zu 430 Euro für den persönlichen Gebrauch zollfrei in die EU einführen, wenn sie auf dem Landweg reisen. Bei der Einreise in die Türkei gelten ähnliche Freigrenzen, die jedoch je nach Herkunftsland variieren können.

Ein wichtiger Punkt für Autofahrer: Die türkischen Behörden verlangen eine spezielle Einfuhrgenehmigung für Fahrzeuge, die länger als 30 Tage im Land bleiben. Diese kann bei der Zollbehörde beantragt werden. Wer mit dem eigenen Auto in die Türkei reist, sollte außerdem eine Grüne Versicherungskarte mitführen, auch wenn diese nicht immer kontrolliert wird.

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Visumspflicht und Aufenthaltsdauer

Für deutsche Staatsbürger ist die Einreise in die Türkei für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen visumfrei möglich. Das gilt auch für viele andere EU-Bürger. Für längere Aufenthalte oder Arbeitsaufenthalte ist jedoch ein Visum erforderlich, das bei der türkischen Botschaft oder online beantragt werden kann. Die türkische Regierung hat in den letzten Jahren die Regelungen immer wieder angepasst, daher sollten sich Reisende vor der Abreise über die aktuellen Bestimmungen informieren.

„Die Türkei ist ein beliebtes Reiseziel für Deutsche, aber viele wissen nicht, dass sie nicht zur EU gehört“, sagt Tourismusexperte Mustafa Öztürk von der Universität Istanbul. „Das führt immer wieder zu Missverständnissen bei der Einreise und beim Zoll.“

Beziehungen zwischen EU und Türkei

Die Türkei ist seit 1963 assoziiertes Mitglied der EU und hat 1987 den Beitrittsantrag gestellt. Die Beitrittsverhandlungen wurden 2005 offiziell eröffnet, sind aber seit Jahren ins Stocken geraten. Gründe dafür sind unter anderem die Menschenrechtslage in der Türkei und der Streit um Zypern. Im Jahr 2019 hat das Europäische Parlament die Beitrittsverhandlungen vorübergehend ausgesetzt. Ein Beitritt in absehbarer Zeit ist daher unwahrscheinlich.

Für Urlauber hat das vor allem praktische Konsequenzen: Sie müssen sich bei der Einreise an die türkischen Zollbestimmungen halten, die sich von denen der EU unterscheiden. So ist die Einfuhr von bestimmten Waren wie frischem Obst und Gemüse in die Türkei verboten oder genehmigungspflichtig. Auch bei der Ausreise aus der Türkei gelten besondere Regeln für den Export von Teppichen, Antiquitäten oder anderen Souvenirs, die unter den Schutz des türkischen Kulturerbes fallen.

Tipps für eine reibungslose Reise

Um Probleme bei der Ein- und Ausreise zu vermeiden, sollten Urlauber folgende Punkte beachten:

  • Reisepass oder Personalausweis mitführen und auf ausreichende Gültigkeit achten (für die Türkei empfiehlt sich eine Gültigkeit von mindestens 6 Monaten über das Reiseende hinaus).
  • Bei der Einreise mit dem Auto die notwendigen Dokumente bereithalten: Führerschein, Fahrzeugschein, internationale Versicherungskarte.
  • Für längere Aufenthalte oder Arbeit im Voraus ein Visum beantragen.
  • Beim Zoll die Freigrenzen für Waren beachten und bei Unsicherheit die aktuellen Bestimmungen des Auswärtigen Amtes oder der türkischen Botschaft prüfen.

Die türkische Wirtschaft ist stark von der Zollunion profitiert, doch die politischen Beziehungen bleiben angespannt. Für Reisende ist das Land dennoch ein attraktives Ziel, das mit seiner Geschichte, Kultur und Landschaft punktet. Wer sich an die Regeln hält, kann einen unbeschwerten Urlaub verbringen.

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