Die „Scarlet Lady“ der Reederei Virgin Voyages darf auch in Ägypten nicht anlegen. Nachdem die Türkei dem Schiff bereits die Einfahrt verweigert hatte, untersagte nun auch die ägyptische Regierung dem Kreuzfahrtschiff das Anlaufen des Hafens von Alexandria. Für die rund 50 Nationen umfassenden Passagiere platzt damit der Traum von einem Ausflug zu den weltberühmten Pyramiden von Gizeh.
Zweite Absage innerhalb weniger Tage
Bereits Anfang der Woche hatte die türkische Regierung der „Scarlet Lady“ das Anlaufen von Kuşadası und Istanbul untersagt. Als Begründung hieß es laut Veranstalter, die Reise entspreche nicht den „moralischen Standards“ und verstoße gegen „familiäre Werte“. Daraufhin organisierte der Reiseveranstalter Atlantis Events kurzfristig Ersatzstopps, unter anderem in Alexandria in Ägypten. Viele Passagiere hatten sich auf einen Tagesausflug nach Kairo gefreut. Blogger Randy Slovacek schrieb im Internet: „Viele von uns haben spontan geführte Touren und Ausflüge zu den Pyramiden in Kairo gebucht. Wer möchte die Pyramiden nicht sehen?“ Dazu wird es nun nicht kommen.
Passagiere erfahren von der Entscheidung
Rich Campbell, Geschäftsführer von Atlantis Events, informierte die Gäste mit einem Schreiben über die überraschende Entscheidung, wie der britische „Guardian“ berichtet. Darin heißt es: „Heute Morgen wurden wir darüber informiert, dass der Scarlet Lady die Einfahrt in ägyptische Gewässer verweigert wurde und sie deshalb heute nicht mehr in Alexandria anlaufen kann.“ Campbell betonte: „Wir haben letztes Jahr eine ähnliche Route problemlos befahren. Bitte seien Sie versichert, dass die Teams von Atlantis und Virgin Voyages unermüdlich daran gearbeitet haben, diesen Anlauf in Alexandria zu ermöglichen. Diese Nachricht kam für uns alle überraschend, und wir sind genauso enttäuscht wie Sie.“
Historischer Vorfall für Atlantis Events
Warum Ägypten dem Schiff die Einfahrt verweigerte, bleibt bislang unklar. Nach Angaben von Atlantis Events nannten die ägyptischen Behörden keine offizielle Begründung. Für den Veranstalter ist der Vorfall historisch: In der 36-jährigen Unternehmensgeschichte für Kreuzfahrten sei noch nie einem Atlantis-Schiff die Einfahrt in einen Hafen verweigert worden. Nun passierte es zweimal innerhalb einer Woche. Die „Scarlet Lady“ wurde deshalb erneut umgeleitet. Statt Alexandria steuerte das Schiff Chania auf Kreta an und am Sonntag Montenegro.
Die zehntägige Kreuzfahrt läuft bis 15. Juli. Sie begann am 5. Juli in Piräus bei Athen und sollte ursprünglich die Türkei, Ägypten, Kroatien und Italien beinhalten. Die Reederei Virgin Voyages und Atlantis Events arbeiten nach eigenen Angaben daran, den betroffenen Passagieren alternative Programme anzubieten.



