Antisemitische Vorfälle in Brandenburg bleiben auf hohem Niveau
Antisemitische Vorfälle in Brandenburg weiter hoch

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Brandenburg bleibt auf einem hohen Stand. Im vergangenen Jahr wurden 461 Fälle erfasst, womit die Zahl nur leicht unter dem Vorjahreswert von 484 Fällen lag, wie das Landessozialministerium in Potsdam am Montag mitteilte. Zugleich blieb die Zahl aber deutlich über dem Niveau der Jahre vor dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.

Deutlicher Anstieg seit 2022

Gegenüber 2022 habe sich die Zahl der antisemitischen Vorfälle mehr als verdoppelt. Damals waren 204 Fälle dokumentiert worden. Es sei daher von einer dauerhaften Niveauverschiebung seit dem 7. Oktober auszugehen, hieß es. Die Zahlen wurden am Montag in einem Bericht der brandenburgischen Fachstelle Antisemitismus und des Landessozialministeriums veröffentlicht.

Rechtsextreme und rechtspopulistische Hintergründe

Am häufigsten wurden antisemitische Vorfälle demnach einem rechtsextremen oder rechtspopulistischen Hintergrund zugeordnet. Bei 208 Fällen oder 45,1 Prozent sah die Fachstelle solche Bezüge.

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Häufigste Erscheinungsformen

Die häufigste Erscheinungsform war erneut der sogenannte Post-Shoah-Antisemitismus mit 206 erfassten Fällen. Darunter fallen etwa die Leugnung, Verharmlosung oder Relativierung des Holocausts. Dahinter folgte mit 134 Fällen sogenanntes antisemitisches Othering, bei dem Jüdinnen und Juden etwa durch Handlungen oder Worte als fremd oder andersartig eingeordnet werden. Israelbezogener Antisemitismus machte 121 der Fälle aus.

Bedrohungen und Angriffe

Die meisten gemeldeten Fälle betrafen verletzendes Verhalten. Zudem wurden 58 Bedrohungen und 18 Angriffe gezählt. Besonders viele Vorfälle wurden mit 76 im Landkreis Oberhavel, mit 57 in Cottbus und mit 53 in Potsdam erfasst.

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