Ebola-Epidemie im Kongo: Nie dagewesenes Tempo der Ausbreitung
Ebola im Kongo: Nie dagewesenes Tempo

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo nimmt ein noch nie dagewesenes Tempo an. Seit dem Ausbruch im Mai 2026 wurden bereits mehr als 2000 Fälle registriert, 754 Menschen sind gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält es für möglich, dass die tatsächlichen Zahlen zwei- bis viermal höher liegen als die offiziellen Angaben.

Rasche Ausbreitung auf fünf Provinzen

Der am 15. Mai ausgerufene Ausbruch hat sich inzwischen auf fünf Provinzen ausgeweitet. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) warnt, dass sich die Epidemie in einem nie dagewesenen Tempo und in neuen Regionen ausbreite. „In weniger als fünf Wochen hat sich die Zahl der bestätigten Fälle verdreifacht“, erklärte MSF. Die Zahl der Todesfälle habe sich mehr als verfünffacht.

Schon jetzt seien mehr als halb so viele Fälle wie bei der verheerenden Ebola-Epidemie von 2018 bis 2020 erfasst worden. MSF mahnte dringend mehr medizinische Unterstützung an.

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Unbekannte Übertragungswege bereiten Sorge

Der WHO-Notfall-Chef Chikwe Ihekweazu hatte betont, die aktuelle Epidemie weise im ersten Monat die schnellste Ausbreitung aller bislang von der WHO bewältigten Ebola-Epidemien auf. Besorgniserregend sei, dass 80 Prozent der neu erfassten Fälle auf keiner Kontaktliste gestanden hätten und über unbekannte Übertragungswege infiziert worden seien. Zudem hätten sich viele Todesfälle außerhalb medizinischer Einrichtungen ereignet.

Bundibugyo-Variante: Kein zugelassener Impfstoff

Die aktuelle Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht, die erstmals 2007 nachgewiesen wurde. Gegen diese Variante gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff und keine zugelassene Therapie. Das Ebola-Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen, besonders ansteckend sind auch Leichname, was oft zu Übertragungen bei Begräbnissen führt.

Hoffnung auf klinische Tests

Am Dienstag begann ein klinischer Test mit dem antiviralen Mittel Obeldesivir des US-Pharmaunternehmens Gilead Sciences. In vorklinischen Modellen hatte Obeldesivir vielversprechende Ergebnisse gegen Filoviren gezeigt, zu deren Familie das Ebola-Virus gehört. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit Spannung, denn ein wirksames Medikament könnte die Bekämpfung der Epidemie entscheidend verbessern.

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