Zahl der Geflüchteten in Deutschland sinkt auf 2,95 Millionen
Geflüchtete in Deutschland: Rückgang auf 2,95 Millionen

Die Zahl der Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland ist im Jahr 2025 einer aktuellen Studie zufolge erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt gesunken. Wie aus Berechnungen des Centre for the Research and Analysis of Migration der Rockwool Foundation Berlin hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlagen, ging sie um 4,7 Prozent auf 2,95 Millionen zurück.

Stabilisierung in Europa

In der gesamten Europäischen Union und im Vereinigten Königreich blieb die Gesamtzahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden mit 9,59 Millionen nahezu unverändert gegenüber 9,58 Millionen im Vorjahr. „Die Phase des raschen Wachstums der Flüchtlingsbevölkerung in Europa scheint zu Ende gegangen zu sein“, sagte der Mailänder Wirtschaftsprofessor Tommaso Frattini, stellvertretender Direktor des Centre for the Research and Analysis of Migration. 2024 waren die Zahlen in der EU und Großbritannien noch um insgesamt 6,3 Prozent gestiegen.

Syrische Asylanträge stark rückläufig

Nach dem Ende des Bürgerkrieges in Syrien (2013–2024) sank 2025 insbesondere die Zahl der Asylanträge von Bewerbern aus diesem Land europaweit um mehr als 70 Prozent. Dennoch seien die Geflüchtetenzahlen in Europa historisch hoch, betonte Frattini. Ukrainer stellten europaweit knapp die Hälfte aller Geflüchteten und Asylsuchenden, bedingt durch die russische Invasion seit Februar 2022.

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Einbürgerungen als Faktor

In Deutschland lebten laut Statistischem Bundesamt 2025 mehr als vier Millionen Geflüchtete und Vertriebene – insgesamt 3,3 Millionen seit 1950. Fast die Hälfte stammte aus der Ukraine oder Syrien. „Viele Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, leben weiterhin hier. Sie erscheinen jedoch nicht mehr in der Flüchtlingsstatistik, weil sie inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben“, erklärte Christian Dustmann, Direktor der Rockwool Foundation Berlin und Professor am University College London. Dies zeige, dass Veränderungen bei den Flüchtlingszahlen nicht einfach als Veränderungen bei Ein- oder Ausreisen interpretiert werden könnten.

Unterschiedliche Entwicklungen in EU-Ländern

Freiwillige Rückkehrer machten nur einen geringen Anteil der Rückgänge aus. In Italien sank die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden um 17,9 Prozent, während sie in Frankreich, Spanien und Großbritannien stieg. Polen verzeichnete eine stabile Zahl. Die künftige Entwicklung hänge laut den Experten vor allem vom Kriegsverlauf in der Ukraine und den Auswirkungen des neuen EU-Pakts über Migration und Asyl ab. „Ein neuer großer Konflikt in der Nähe Europas könnte die derzeitige Stabilisierung schnell umkehren“, warnen sie. Die Berechnungen basieren auf Daten des UN-Flüchtlingshilfswerks und von Eurostat.

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