Sea-Watch unter Schleuser-Verdacht: Video belastet Retter
Sea-Watch unter Schleuser-Verdacht: Video belastet Retter

Ein neues Video bringt die deutsche Seenotrettungsorganisation Sea-Watch in Erklärungsnot. Auf den Aufnahmen, die BILD vorliegen, soll zu sehen sein, wie die Besatzung des Berliner Vereins bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer mit Schleusern kooperiert. Italiens Justiz hat Ermittlungen eingeleitet. Dem Kapitän der Sea-Watch 5 droht eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.

Brisante Frontex-Videos belasten Sea-Watch

Die Videos stammen offenbar von Frontex, der europäischen Grenzschutzagentur. Sie zeigen einen Einsatz, bei dem Sea-Watch-Helfer mit mutmaßlichen Schleusern gemeinsame Sache gemacht haben sollen. Die Aufnahmen sind Teil eines laufenden Ermittlungsverfahrens der italienischen Staatsanwaltschaft. Nach Informationen von BILD wird der Vorwurf der Beihilfe zur illegalen Einwanderung geprüft.

Sea-Watch wies die Vorwürfe umgehend zurück. Der Verein erklärte, man habe stets nach internationalem Seerecht gehandelt und keine Zusammenarbeit mit Kriminellen gegeben. Die Organisation betonte, dass Rettungseinsätze im Mittelmeer unter schwierigen Bedingungen stattfänden und man sich gegen jede Form von Schleuserkriminalität stelle.

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Ermittlungen in Italien: 20 Jahre Haft möglich

Die italienische Justiz hat die Ermittlungen aufgenommen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen dem Kapitän der Sea-Watch 5 bis zu 20 Jahre Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die NGO gegen das italienische Gesetz zur Bekämpfung illegaler Einwanderung verstoßen hat. Bereits in der Vergangenheit gab es wiederholt Konflikte zwischen Seenotrettern und italienischen Behörden.

Die Frontex-Videos sollen zeigen, wie Sea-Watch-Helfer Boote mit Migranten an Bord nicht nur retteten, sondern auch Kontakt zu den Schleusern hatten, die die Überfahrten organisierten. Die genauen Details der Aufnahmen sind noch nicht öffentlich. BILD berichtet, dass die Videos nun von den Ermittlern ausgewertet werden.

Reaktionen aus Politik und Gesellschaft

Der Fall sorgt in Deutschland und Italien für politische Diskussionen. Während Kritiker der NGO die Vorwürfe als Beleg für eine angebliche Nähe zu Schleusern sehen, verteidigen Unterstützer die Arbeit der Seenotretter. Die Bundesregierung in Berlin hält sich bislang mit offiziellen Stellungnahmen zurück. Es wird erwartet, dass der Fall auch auf EU-Ebene thematisiert wird.

Sea-Watch kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Vorwürfe zu prüfen. Man werde alles tun, um die Unschuld der Crew zu beweisen. Die Organisation betonte, dass die Rettung von Menschenleben oberste Priorität habe und man sich nicht von der legitimen Arbeit abhalten lasse.

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