Terror-Opfer vom CSD: Mutter aus Polen identifiziert
Terror-Opfer vom CSD: Mutter aus Polen identifiziert

Bei dem einzigen Todesopfer des islamistischen Terroranschlags auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin handelt es sich nach Informationen von BILD um eine Mutter aus Polen. Die Frau war mit ihrer Tochter aus Warschau angereist, um an den Feierlichkeiten im Tiergarten teilzunehmen. Ihre Tochter überlebte die Tat verletzt.

Identifizierung noch nicht abgeschlossen

Offiziell gilt die Frau noch nicht als endgültig identifiziert. Grund dafür ist, dass Angehörige die Leiche in der Rechtsmedizin noch nicht gesehen haben. Nach BILD-Informationen aus diplomatischen Kreisen stammt die Mutter jedoch aus Warschau. Bis zur formellen Identifizierung bleibt die Tote in der Gerichtsmedizin. Anschließend wird die Leiche freigegeben und an die Familie zur Bestattung übergeben.

Der Tathergang

Der Attentäter Abdul Ballout (21) raste am CSD-Wochenende mit einem weißen Citroën-Transporter durch den Berliner Tiergarten und fuhr gezielt in die Menschenmenge. Dabei kamen zahlreiche Feiernde aus aller Welt zu Schaden. Die Polizei berichtete von insgesamt 29 verletzten Personen, viele von ihnen lebensgefährlich.

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Entwarnung bei Verletzten

Am Sonntag gab es eine gute Nachricht: Keiner der Verletzten schwebte mehr in Lebensgefahr. Einige Opfer konnten die Krankenhäuser bereits verlassen. Die medizinische Versorgung der Betroffenen läuft nach Angaben der Berliner Kliniken planmäßig.

Festnahme und Tod des Täters

Abdul Ballout wurde am Sonntag von der Polizei in einer Kleingartenkolonie im Berliner Bezirk Spandau aufgespürt. Beim Zugriff durch das Spezialeinsatzkommando (SEK) griff der Islamist die Beamten mit einer Stichwaffe an. Die Polizisten eröffneten daraufhin das Feuer und erschossen den Angreifer. Die Ermittlungen zu möglichen Hintermännern und dem Umfeld des Täters dauern an.

Der CSD in Berlin, der eigentlich ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen sollte, wurde durch die Tat überschattet. Die Stadt trauert um das Opfer und zeigt sich solidarisch mit den Angehörigen. Der polnische Botschafter in Deutschland kondolierte bereits und bot Unterstützung bei der Rückführung der Toten an.

Reaktionen der Politik

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) verurteilte den Anschlag scharf und sprach von einem „feigen Terrorakt gegen die Freiheit und Lebensfreude der Menschen“. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kündigte eine Gedenkveranstaltung für die kommende Woche an. Die Sicherheitsbehörden wurden angewiesen, die Schutzmaßnahmen für Großveranstaltungen zu überprüfen.

Die polnische Regierung zeigte sich bestürzt über den Tod der Mutter. Ein Sprecher des Außenministeriums in Warschau bestätigte die Identität der Frau aber noch nicht offiziell. Die Familie des Opfers wünscht sich nach Angaben von Freunden derzeit Privatsphäre.

Ermittlungen laufen

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht vollständig geklärt. Ermittler prüfen, ob Ballout Einzeltäter war oder ein Netzwerk hinter ihm steht. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen, da es sich um eine Tat mit islamistischem Hintergrund handelt.

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