Die Kurstadt Bad Wörishofen hat am 15. Juli 2026 einen neuen Temperaturrekord aufgestellt: Mit 38,7 Grad Celsius wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2015 übertroffen. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag mit. Die Messstation in Bad Wörishofen registrierte die höchste je gemessene Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1949.
Ursachen und Zusammenhänge
Meteorologen führen die extreme Hitze auf eine anhaltende Hochdrucklage über Mitteleuropa zurück, die warme Luftmassen aus Nordafrika heranführt. Gleichzeitig bleibt der Regen vielerorts aus: Im Juli fiel bislang nur rund 20 Prozent des üblichen Niederschlags. Die Kombination aus Hitze und Trockenheit verschärft die Lage in der Landwirtschaft und erhöht die Waldbrandgefahr.
Klimaforscher sehen in dem Rekord einen weiteren Beleg für den fortschreitenden Klimawandel. „Solche Extremwerte werden durch die globale Erwärmung wahrscheinlicher und intensiver“, sagt Dr. Martina Schneider, Klimaforscherin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. „Was früher eine Jahrhundert-Hitze war, könnte künftig alle paar Jahre auftreten.“
Auswirkungen auf die Region
Die Stadtverwaltung Bad Wörishofen hat als Reaktion auf die Hitzewelle mehrere Trinkbrunnen installieren lassen und verlängerte die Öffnungszeiten der Freibäder. Zudem wurden in Seniorenheimen besondere Kühlmaßnahmen ergriffen, um die Gesundheit der Bewohner zu schützen.
Die Landwirte in der Region beklagen Ernteausfälle, insbesondere bei Mais und Zuckerrüben. Der Bauernverband Schwaben schätzt die Schäden auf mehrere Millionen Euro. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch durch Klimaanlagen und Ventilatoren sprunghaft an, was die Netzbetreiber vor Herausforderungen stellt.
Prognose und Ausblick
Für die kommenden Tage erwarten die Meteorologen eine leichte Abkühlung, jedoch bleiben Gewitter mit Starkregen möglich. Ob der Rekord in diesem Sommer noch übertroffen wird, ist ungewiss. Die Hitzewelle 2026 ist jedoch ein deutliches Signal, dass der Klimawandel auch in Süddeutschland angekommen ist.



