Die Geburt des ersten Kindes gilt gemeinhin als eines der größten Wunder des Lebens – doch im neuen Horrorfilm „Nightborn“ wird aus dem freudigen Ereignis ein blutiger Albtraum. Ab Donnerstag ist der Streifen in den deutschen Kinos zu sehen, in dem ein Neugeborenes statt Muttermilch und Babynahrung ausgerechnet auf Blut steht und eine unheimliche Verbindung zur Natur entwickelt, die seiner Mutter zunehmend den Verstand raubt. Was wie eine durchgeknallte Idee klingt, entpuppt sich als überdrehter Fantasy-Horror mit ernstem Unterton: die Belastungen des Elternwerdens und die schwierige Zeit nach der Geburt.
Handlung: Ein Waldkind mit besonderen Bedürfnissen
Im Mittelpunkt steht das Paar Jon und Saga. Jon wird von Rupert Grint gespielt, der als Ron Weasley aus den „Harry-Potter“-Filmen weltweit bekannt wurde. Seine finnische Frau Saga verkörpert die Schauspielerin Seidi Haarla. Die beiden ziehen in Sagas Heimat aufs Land, um dort eine Familie zu gründen. Ihr Wunschkind zeugen sie kurzerhand im Wald – eine Szene, die bereits die enge Verbindung zur Natur vorwegnimmt. Der Sohn kommt schließlich gesund zur Welt, doch schnell stellt Saga fest, dass mit dem Neugeborenen etwas nicht stimmt: Es bekommt außergewöhnlich viele Haare, nicht nur auf dem Kopf, sondern auch am Rücken.
Während Jon tagsüber arbeitet und die Beobachtungen seiner Frau für Übertreibung hält, wird der Säugling immer unheimlicher. Er saugt nicht nur Milch, sondern zunehmend auch Blut aus seiner Mutter. Saga verliert langsam den Verstand, muss das Kind aber stets Freunden und Verwandten präsentieren, obwohl sie es fast wie ein Monster sieht. Auch die Beziehung zu Jon leidet erheblich unter der Situation. Dazu kommen unheimliche Geräusche aus dem Wald und ein Baum, der plötzlich ins Haus hineinwächst.
Zwischen ernsten Themen und schwarzem Humor
Regisseur und Drehbuchautor schicken das Publikum auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. „Nightborn“ ist ein überdrehter Fantasy-Horrorfilm, der jedoch ernste Leitthemen behandelt: die Belastungen des Elternwerdens und die schwierige Zeit, die Mütter nach der Geburt durchmachen müssen. Der Film nimmt sich dabei selbst nicht zu ernst. Gerade durch den von Grint gespielten Vater kommt Humor in die Geschichte, die sonst immer dunkler wird. So versucht Jon etwa vergeblich, seinen blutdurstigen Sohn mit Babynahrung zu füttern – eine Szene, die für Lacher sorgt, aber auch die Hilflosigkeit vieler Väter zeigt.
Auch die düstere Atmosphäre wird geschickt eingesetzt: Das Gesicht des Babys bleibt lange verborgen, was eine unheimliche Wirkung erzeugt. Dazu kommen blutige Szenen und ein besonders brutaler Schlussakt. Wirklich gruselig wird der Film allerdings nur bedingt – große Schreimomente bleiben aus. Stattdessen setzt er auf eine Mischung aus Humor, subtilem Unbehagen und Gesellschaftskritik.
Fazit: Lohnt sich „Nightborn“ für Horrorfans?
Für Horrorfans dürfte sich „Nightborn“ trotzdem lohnen. Der Film bietet einen kurzweiligen, humorvollen und durchdachten Beitrag zum Genre, der sich von typischen Schockerfilmen abhebt. Die Berlinale-Premiere im Februar zeigte bereits, dass der Streifen polarisiert – doch genau diese Mischung aus Ernst und Slapstick macht ihn sehenswert. Wer also auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Horrortrip ist, der mehr über die Schattenseiten des Elternseins erzählt, sollte „Nightborn“ eine Chance geben.



