Monster-Welse im Gardasee: Behörden starten gezielte Jagd auf invasive Raubfische
Monster-Welse im Gardasee: Behörden starten Jagd

Die Behörden der Region Lombardei haben Alarm geschlagen: Im Gardasee breiten sich riesige Welse, auch Europäische Welse genannt, immer stärker aus. Die Raubfische können bis zu 80 Kilogramm schwer werden und gefährden das empfindliche Ökosystem des größten Sees Italiens. Nun wird gezielt Jagd auf die sogenannten Monster-Fische gemacht.

Rasante Vermehrung ohne natürliche Feinde

Die als invasiv geltenden Welse haben im Gardasee kaum natürliche Feinde. Sie vermehren sich rasant und fressen nahezu alles, was unter der Wasseroberfläche lebt. Besonders im Süden des Sees zwischen Sirmione und Lazise haben sie sich festgesetzt. Experten befürchten, dass die Raubfische bald auch den Norden des Gardasees erobern könnten.

Besonders gefährdet ist der Carpione, eine Salmonidenart, die weltweit nur im Gardasee vorkommt und seit Jahren ums Überleben kämpft. Auf dem Speiseplan der Welse stehen zudem Sardinen, Barsche, Enten und sogar Schildkröten.

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Selektionsfischer und App gegen die Plage

Die Region Lombardei rüstet nun auf. Nach Angaben der Tageszeitung „Brescia Oggi“ sollen speziell ausgebildete Selektionsfischer den Riesen-Welsen gezielt nachstellen und ihren Bestand eindämmen. Unterstützt werden die Fischer von einer neuen App, die Fangort, Größe, Anzahl der Tiere und sogar den Mageninhalt dokumentiert. Die Daten sollen Wissenschaftlern helfen, die Ausbreitung der Raubfische genau zu verfolgen.

Künftig sollen auch Taucher bei der Jagd auf die Welse eingesetzt werden. Zudem kommen Netze mit größeren Maschen zum Einsatz, damit gezielt die Riesenfische gefangen werden und kleinere heimische Arten entkommen können.

Fischereiregeln sollen verschärft werden

Die Gemeinden rund um den Gardasee drängen auf schärfere Fischereiregeln. Geplant sind feste Fangtage, an denen gezielt Jagd auf die Welse gemacht wird. Floriano Massardi, Vorsitzender des Agrarausschusses im Regionalrat der Lombardei, warnt gegenüber „Brescia Oggi“, der Wels richte immer größere Schäden im Ökosystem an. Ohne entschlossene Gegenmaßnahmen drohe ein Punkt, an dem sich die Entwicklung nicht mehr umkehren lasse.

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