Nosferatu-Spinne breitet sich in ganz Deutschland aus
Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne ist inzwischen auch im Norden Deutschlands heimisch geworden. Damit wird immer deutlicher, dass die Tiere mit ihren markanten Giftklauen bundesweit zu finden sind. Aktuelle Meldungen aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bestätigen diesen Trend.
Erste Sichtungen in Mecklenburg-Vorpommern
Bereits 2022 wurde ein erstes Exemplar in Mecklenburg-Vorpommern gesichtet, damals noch eingeschleppt in einem Koffer. Inzwischen gibt es jedoch mehrfache Sichtungen der Spinne, selbst auf den Inseln Rügen und Usedom. Alexander Wirth vom Nabu erklärte: „Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass sich die Spinne dort etabliert. Möglicherweise ist sie bereits im letzten bisher noch nicht besiedelten Bundesland zu Hause.“
Nosferatu-Spinne erobert Lübeck
Aus Schleswig-Holstein kommen ebenfalls vermehrt Meldungen. So hat die Spinne inzwischen Lübeck erobert. Seit 2024 liegen Fotos aus der Hansestadt vor. „Die Nosferatu-Spinne wird immer häufiger aus Norddeutschland gemeldet“, so Wirth. „Das rauere Klima scheint sie nicht zu stören. In der kalten Jahreszeit zieht sie sich in geheizte Häuser und Wohnungen zurück, wo es für sie angenehmer ist.“
Merkmale und Verhalten
Der Körper der Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) wird etwa ein bis zwei Zentimeter lang, die Beinspannweite kann bis zu fünf Zentimeter betragen. Der Name leitet sich von der charakteristischen Zeichnung auf dem Vorderkörper ab, die an die Fratze des Vampirs aus dem Film Nosferatu erinnert. Die überwiegend nachtaktive Spinne ist dank ihres Gifts, des robusten Körperbaus und ihrer Jagdgeschicklichkeit in der Lage, auch größere Beute zu überwältigen. Sie gehört zu den wenigen Arten, die mit ihren Giftklauen die menschliche Haut durchdringen können, ihr Biss ist jedoch in der Regel ungefährlich.
2026 wird ein gutes Nosferatu-Jahr
Nach Angaben des Nabu gibt es bundesweit jährlich zwischen 3000 und 5000 Meldungen mit Foto. In diesem Frühjahr kamen besonders viele Beobachtungen hinzu: Von Januar bis Mai gingen mehr als 2500 Fotos ein. „Wenn das so weitergeht, wird 2026 wieder ein gutes Nosferatu-Jahr“, prognostiziert Wirth und ergänzt: „Wir freuen uns, wenn weiter jeder Fund gemeldet wird, am besten mit Foto. So können wir die weitere Entwicklung der Bestände und die Lebensweise der neuen Art gut nachvollziehen.“



