Waldbrände in Frankreich und Spanien: Hunderttausende auf der Flucht
Waldbrände in Frankreich und Spanien: Hunderttausende fliehen

Die verheerenden Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben zu einer der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes geführt. Nach Behördenangaben sind mittlerweile 220.000 Menschen von Evakuierungsaufrufen betroffen. Die Flammen des sogenannten „Feuers beispiellosen Ausmaßes“ stehen nur noch 20 bis 30 Kilometer von der Hafenstadt Bordeaux entfernt.

Ausmaß der Zerstörung in der Gironde

Bereits 42.000 Hektar Land sind in der Region Gironde den Flammen zum Opfer gefallen. Die Behörden teilten mit: „Das Feuer hat sich im Laufe der vergangenen Nacht rasch ausgebreitet.“ Ursachen seien trockene Vegetation und böiger Wind. Mehr als 1.200 Feuerwehrleute und 1.500 Soldaten sind im Einsatz, unterstützt von 18 Löschflugzeugen. Erstmals kam ein speziell umgerüstetes militärisches Transportflugzeug vom Typ A400M zum Einsatz, das 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann.

Evakuierungen und gesperrte Verkehrswege

Die Autobahn A63 zwischen Bordeaux und Spanien wurde auf einer Länge von 60 Kilometern gesperrt, der Bahnverkehr südlich von Bordeaux ausgesetzt. Viele Evakuierte sind Urlauber aus der Küstenregion um das Bassin d‘Arcachon. Schiffe brachten Menschen von der Halbinsel Cap Ferret in Sicherheit. Jérôme Steffe, Bürgermeister von Cestas, sagte dem Sender BFMTV, die Stadt sei „glücklicherweise menschenleer“, obwohl einige Bewohner ihre Häuser nicht verlassen wollten. Die Behörden liefern 1,5 Millionen FFP2-Masken, um die Bevölkerung vor dem gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen.

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Solidarität und Hilfsversprechen

Landwirte unterstützen die Einsatzkräfte freiwillig. Der 65-jährige Pascal Roudier erklärte: „Wir sind gekommen, um zu helfen, denn wenn es unsere Region wäre, würden wir uns wünschen, dass andere das Gleiche tun.“ Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach auf der Plattform X den Wiederaufbau: „Wir werden wiederaufbauen, wir werden reparieren, und wir werden so lange vor Ort bleiben, wie es nötig ist.“

Brände in Spanien: Madrid betroffen

Auch in Spanien wüten schwere Waldbrände. Die Regierung rief für die Region Madrid und Ávila den Notstand aus. Rund 73.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, über 20.000 weitere waren eingeschlossen. Drei Brände westlich von Madrid sind zu einem Großfeuer verschmolzen, das sich mit einem Brand in Kastilien und León verbinden könnte. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso sprach vom „schlimmsten Brand in der Geschichte“ der Region Madrid. Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, vorrangiges Ziel sei es, „Leben zu retten“.

Rauchwolken verbinden sich über Frankreich und Spanien

Die Rauchwolken der Brände in Madrid und Bordeaux haben sich auf Satellitenbildern des spanischen Wetterdienstes Aemet vereint. Auch Italien kämpft gegen zahlreiche Waldbrände, besonders auf Sizilien und in Kalabrien. Die Behörden befürchten eine Verschärfung durch eine neue Hitzewelle und den Scirocco-Wind aus Afrika.

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