Bei einem schweren Waldbrand in der südspanischen Region Andalusien sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Einige der Opfer wurden tot in ihren Autos entdeckt, als die Flammen sie auf einer Fernstraße überraschten. Die Regionalregierung von Andalusien bestätigte die Opferzahl am Freitagmorgen. Laut der spanischen Zeitung „El País“ könnte die Zahl der Toten noch steigen. Das Feuer war am Donnerstagnachmittag in der Nähe von Almería ausgebrochen, einer bei Touristen beliebten Region mit 2,7 Millionen Besuchern pro Jahr.
Brandursache: Abgerissene Stromleitung
Als mögliche Ursache des Brandes wird eine abgerissene Stromleitung vermutet, die in die völlig ausgetrocknete Vegetation fiel. Mehr als 150 Notrufe gingen bei der Feuerwehr ein. Zeugen berichteten, dass ein herabgefallenes Kabel den Brand ausgelöst habe. Die Behörden konnten diese Angaben zunächst nicht bestätigen. Die Flammen breiteten sich rasch auf das Waldgebiet nahe der Straße aus.
Evakuierungen und Löscharbeiten
Rund 150 Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen. Dutzende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Etwa 50 von ihnen fanden in einem Kulturzentrum, das als Notunterkunft diente, Unterschlupf. Die Regionalbehörden lösten Notfallalarm aus. Eine Spezialeinheit der Armee soll in den kommenden Stunden eintreffen. Mehrere Straßen um den besonders betroffenen Ort Bédar wurden gesperrt.
Reaktionen der Politik
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez drückte auf der Plattform X sein Mitgefühl aus: „Tiefe Trauer und Bestürzung über die verheerenden Folgen des Brandes in der Provinz Almería.“ Zugleich rief er die Bevölkerung zu „großer Vorsicht“ auf.
Hitzewellen begünstigen Brände
Spanien leidet seit Jahren unter extremen Hitzewellen mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius. Diese begünstigen verheerende Waldbrände. Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems fielen 2025 in Spanien mehr als 393.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer – die schwersten Brände in der jüngeren Geschichte des Landes. Bei mehr als 8000 Bränden im vergangenen Jahr kamen laut Innenministerium acht Menschen ums Leben. Nun forderte ein einziger Brand bereits mindestens zwölf Todesopfer.



