Bei schweren russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach offiziellen Angaben mindestens 17 Menschen getötet und 90 weitere verletzt worden. Die Rettungsarbeiten laufen noch, wie die örtlichen Behörden am Donnerstag mitteilten.
EU kündigt weitere Sanktionen an
Als Reaktion auf die jüngsten Angriffe kündigte die Europäische Union neue Sanktionen gegen Russland an. Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten sagte, die Maßnahmen würden noch diese Woche beschlossen und zielten auf weitere Wirtschaftssektoren ab. Details nannte er nicht.
Die Ukraine forderte erneut zusätzliche Luftabwehrsysteme von ihren westlichen Verbündeten. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte: „Jeder Tag Verzögerung bei der Lieferung von Luftabwehrsystemen kostet Menschenleben. Wir brauchen dringend mehr Schutz für unsere Städte.“
Angriffswelle erschüttert Kiew
Die russischen Streitkräfte hatten in der Nacht zu Donnerstag eine großangelegte Angriffswelle auf Kiew geflogen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden zahlreiche Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt, von denen ein Teil abgefangen werden konnte. Dennoch schlugen mehrere Geschosse in Wohngebieten ein.
In einem Stadtteil im Osten Kiews wurden mehrere Wohnhäuser getroffen, die teilweise einstürzten. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Überlebenden. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, da viele Menschen unter den Trümmern vermutet werden.
Internationale Reaktionen
Die Vereinten Nationen verurteilten die Angriffe scharf. Ein Sprecher von Generalsekretär António Guterres sprach von einem „weiteren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht“. Auch die US-Regierung kündigte zusätzliche Militärhilfe für die Ukraine an, darunter weitere Luftabwehrsysteme.
Die Angriffe erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Kämpfe im Osten und Süden der Ukraine. Russland hatte zuletzt seine Luftangriffe auf ukrainische Städte intensiviert, um die Energieinfrastruktur des Landes zu zerstören.



