Schwerer russischer Luftangriff auf Kyjiw fordert mindestens 18 Todesopfer
Die ukrainische Hauptstadtregion Kyjiw erlebte in der Nacht zum Montag einen der schwersten russischen Luftangriffe der letzten Wochen. Nach Angaben der Behörden starben mindestens 18 Menschen, davon zwölf in der Stadt Kyjiw selbst. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete zudem mehr als 50 Verletzte und rief einen Trauertag aus. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, da die Bergungsarbeiten an zerstörten Wohngebäuden andauern.
Ukrainische Luftwaffe gibt Lücken in der Flugabwehr zu
Die ukrainische Luftwaffe räumte ein, dass die Abwehr russischer Raketen immer schwieriger wird. Insgesamt habe Russland 351 Drohnen und 68 Flugkörper eingesetzt. Besonders alarmierend: Von 29 abgefeuerten ballistischen Raketen wurde keine einzige abgefangen. Luftwaffensprecher Yurii Ihnat sagte im nationalen Fernsehen: „Um Raketen abzufangen, brauchen wir die entsprechenden Mittel. Die Russen machen sich zweifellos die Tatsache zunutze, dass es derzeit in der Ukraine und weltweit einen gravierenden Mangel an Abfangraketen gibt.“
Selenskyj fordert mehr Patriot-Systeme und Abfangraketen
Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte auf X die unzureichende Versorgung mit Abfangraketen. Er forderte starke Beschlüsse beim bevorstehenden Nato-Gipfel in Ankara, um die Luftverteidigung zu stärken. Explizit nannte er Patriot-Abwehrraketen, die sich in den Lagern der Verbündeten befänden, anstatt die Ukraine zu schützen. Das US-amerikanische Patriot-System gilt als äußerst zuverlässig, doch die Stückkosten sind hoch und die Lieferengpässe groß.
Russland bezeichnet Angriff als Vergeltung
Russland erklärte den Angriff als Vergeltung für ukrainische Attacken auf Raffinerien und Ölinfrastruktur, die in Russland zu Treibstoffengpässen geführt hätten. Bereits am vergangenen Donnerstag waren bei einem ähnlichen Angriff 31 Menschen in Kyjiw getötet worden. Die ukrainische Flugabwehr zeigt zunehmend Lücken, während Russland seine Angriffe auf die Hauptstadtregion intensiviert.
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Schiffe
Die Ukraine setzt bei Gegenangriffen vorrangig auf Drohnen, deren Zerstörungskraft geringer ist als die ballistischer Raketen. Russlands Verteidigungsministerium meldete 625 ukrainische Drohnen über russischen Regionen, von denen 613 abgefangen oder abgeschossen wurden. Die Ukraine meldete indes Treffer gegen zwei Schiffe der russischen Schattenflotte im Asowschen Meer, die jeweils rund 7000 Tonnen Treibstoff auf die besetzte Krim transportieren sollten. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.



