Auswärtiges Amt bestellt russischen Botschafter wegen Cyberangriffen ein
Das Auswärtige Amt in Berlin hat am Montagvormittag den russischen Botschafter wegen anhaltender Cyberangriffe einbestellt. Eine Ministeriumssprecherin erklärte vor Journalisten: „Seit vielen Jahren beobachten wir bösartige Cyberaktivitäten aus Russland gegen Deutschland, gegen die Mitgliedstaaten der EU, sowie auch internationale Partner.“ Die Vorladung erfolgte als Reaktion auf eine Reihe von Cyberattacken, die nach Angaben des Auswärtigen Amts von russischen Akteuren ausgehen.
Selenskyj entlässt Ministerpräsidentin Swyrydenko
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ablösung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko vorgeschlagen. In einer Mitteilung auf der Plattform X dankte er ihr für die Arbeit und bot ihr eine neue Aufgabe in den Beziehungen zu einem wichtigen Partner an. „Wir haben festgestellt, dass für die Veränderung eine Erneuerung des Ministerkabinetts nötig ist“, schrieb er bei Telegram. Das Parlament soll den Änderungen zustimmen. Swyrydenko war erst seit Juli 2025 im Amt und hatte zuvor als Vizeregierungschefin und Wirtschaftsministerin gedient.
Ukrainische Drohnen treffen 15 russische Schiffe im Asowschen Meer
Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben Drohnen in der Nacht zum Montag 15 russische Schiffe im Asowschen Meer getroffen, darunter sieben Tanker. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, teilte auf Telegram mit, dass die Gesamtzahl der in den vergangenen acht Tagen getroffenen Schiffe auf 105 gestiegen sei. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukraine fordert internationalen Mechanismus für zivile Gefangene
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, einen Mechanismus zur Freilassung ukrainischer Zivilisten zu schaffen, die von Russland festgehalten werden. Bei einer Veranstaltung in Brüssel sagte er, das bestehende humanitäre Völkerrecht biete keinen wirksamen Mechanismus für die Rückführung ziviler Gefangener. Die Ukraine habe eine Plattform zur Weiterentwicklung des humanitären Völkerrechts initiiert, um Schutzlücken zu schließen. Sybiha forderte zudem uneingeschränkten Zugang für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.
Ukrainischer Geheimdienst meldet Angriffe auf russische Infrastruktur
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat neue Ergebnisse seiner 40-tägigen Operation gegen Ziele in Russland veröffentlicht. In der vergangenen Woche wurden unter anderem die Öl-Pumpstation „Tscherkassy“ in Baschkortostan, die Raffinerie Jaroslawl, Tanklager in den Regionen Twer und Stawropol sowie das Ölterminal im Hafen Wyssozk angegriffen. Zudem meldete der Geheimdienst einen Angriff des Seedrohnen-Systems Sea Baby auf den Tanker Blue, der zur russischen „Schattenflotte“ gehören soll. Auch der Militärflugplatz Hwardijske auf der Krim und weitere Ziele in den besetzten Gebieten wurden getroffen. Eine unabhängige Bestätigung der Schäden liegt nicht vor.
Ukraine verurteilt Ex-Abgeordneten wegen Hochverrats
Das Hohe Antikorruptionsgericht der Ukraine hat den ehemaligen Parlamentsabgeordneten Andrij Derkatsch wegen Hochverrats und illegaler Bereicherung zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil erging in Abwesenheit, da Derkatsch sich in Russland aufhält. Er darf zudem drei Jahre lang keine öffentlichen Ämter bekleiden. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft traf er sich 2019 und 2020 mit Vertretern des russischen Militärgeheimdienstes GRU und organisierte Medienkampagnen zur Diskreditierung der Ukraine. Derkatsch verlor 2023 die ukrainische Staatsbürgerschaft und erhielt in Russland den Titel „Held Russlands“.
Russland greift Hafen Tschornomorsk an
Der ukrainische Agrarkonzern Kernel hat den Betrieb seiner Hafenanlagen in Tschornomorsk nach schweren Beschädigungen durch russische Raketen- und Drohnenangriffe eingestellt. Bei den Angriffen von Freitag bis Sonntag wurden Lager- und Umschlagsanlagen für Getreide und Sonnenblumenöl beschädigt. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist unklar. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Angriffe hätten Infrastruktur für Militärgüter gegolten.
Drei Tote bei Drohnenangriff in Region Moskau
Bei einem Drohnenangriff in der Region Moskau sind nach russischen Behördenangaben drei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Der Gouverneur Andrej Worobjow teilte auf Telegram mit, dass die Luftabwehr 81 Drohnen über der Region abgeschossen habe. Auch in der Region Stawropol wurden Drohnenangriffe gemeldet, die ein Feuer in einem Industriegebiet auslösten. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.
Deutschland finanziert 50.000 Kampfdrohnen für Ukraine
Deutschland finanziert einem Insider zufolge die Anschaffung von 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine. Der Auftrag hat einen Wert von rund 90 Millionen Euro, wie der Chef des US-Rüstungssoftwareunternehmens Auterion, Lorenz Meier, bestätigte. Die Drohnen des ukrainischen Herstellers SkyFall sind mit einer Software zur automatischen Zielverfolgung ausgestattet. Das Bundesverteidigungsministerium und das ukrainische Verteidigungsministerium lehnten eine Stellungnahme ab.



