CSD-Anschlag Berlin: Vater half Polizei bei Suche nach Attentäter
CSD-Anschlag: Vater führte Polizei zu Attentäter

Einen Tag nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) wurde der mutmaßliche Attentäter Abdul Ballout von einem SEK-Kommando in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau gestellt und erschossen. Nach Informationen der Ermittler hatte sich Ballout rund 21 Stunden lang versteckt gehalten. Wesentlich zur Ergreifung beigetragen haben soll sein Vater, der die Polizei gemeinsam mit einem Freund zum Versteck des Täters geführt hat.

Die Ereignisse im Überblick

Der Anschlag ereignete sich am vergangenen Wochenende während der CSD-Parade in Berlin. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, einige davon schwer. Der Täter konnte zunächst fliehen. Eine groß angelegte Fahndung der Polizei führte schließlich zu der Kleingartenanlage in Spandau.

Laut Polizeiangaben gab es einen entscheidenden Hinweis aus dem direkten Umfeld des Täters. Sowohl der Vater als auch ein enger Freund von Abdul Ballout hätten sich an die Behörden gewandt und die Beamten zu dem Versteck geführt. Die Hintergründe ihrer Kooperation sind noch nicht vollständig geklärt.

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SEK-Einsatz endet tödlich

Als die Spezialeinheit das Grundstück in Spandau umstellte, kam es zu einem Schusswechsel. Der 27-jährige Ballout wurde von den Beamten tödlich getroffen. Ob er zuvor auf die Polizisten geschossen hatte, wird derzeit untersucht. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass eine Obduktion angeordnet wurde.

Die Ermittlungen zu den Motiven des Täters und möglichen Hintermännern laufen auf Hochtouren. Bislang gibt es keine Hinweise auf eine terroristische Organisation. Die Polizei prüft jedoch ein mögliches islamistisches oder rechtsextremes Motiv. Abdul Ballout war den Behörden nicht als Gefährder bekannt gewesen.

Reaktionen aus der Politik

Berlins Regierender Bürgermeister zeigte sich erschüttert über die Tat und sprach den Opfern sein Mitgefühl aus. „Der Anschlag auf den CSD ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft“, erklärte er. Die Polizei habe hervorragende Arbeit geleistet. Der Bundestag debattierte über die Sicherheitslage bei Großveranstaltungen. Innenministerin Nancy Faeser kündigte eine Überprüfung der Sicherheitskonzepte an.

Die CSD-Organisatoren kündigten eine Solidaritätskundgebung für das kommende Wochenende an. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, sagte ein Sprecher. Der Vorfall habe gezeigt, wie wichtig der Schutz von Minderheiten sei.

Fragen zur Rolle des Vaters

Die Aussagen des Vaters und des Freundes werden nun von den Ermittlern genau geprüft. Es ist unklar, ob sie von dem geplanten Anschlag wussten oder erst nach der Tat Kontakt zur Polizei suchten. Die Staatsanwaltschaft schließt eine Strafverfolgung wegen möglicher Beihilfe nicht aus, falls sich Hinweise auf eine Mitwisserschaft ergeben.

Die Kleingartenanlage in Spandau ist weiterhin abgesperrt. Spurensicherung und Kriminaltechniker untersuchen das Gelände. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu den Hintergründen der Tat.

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