Die verheerenden Waldbrände an der französischen Atlantikküste haben eine beispiellose Evakuierungswelle ausgelöst. Fast 63.000 Menschen mussten ihre Häuser und Urlaubsorte verlassen, während die Flammen weiter wüten. Präsident Emmanuel Macron hat die Europäische Union um Unterstützung gebeten, um die Feuerwehren zu verstärken.
Brände bei Bordeaux und Arcachon
Besonders betroffen ist die Region um Bordeaux. Im Département Gironde wurden bereits 20.000 Menschen evakuiert, hauptsächlich von Campingplätzen und Ferienanlagen. Nun müssen weitere 20.000 Menschen zehn Gemeinden am Becken von Arcachon verlassen, darunter der bekannte Ort Lege-Cap-Ferret. Dieser zählt rund 8.000 ständige Einwohner, aber im Sommer kommen Tausende Touristen hinzu. Die Feuerwehr meldete, dass in Lege-Cap-Ferret bereits mehrere Häuser niedergebrannt seien. Für die Evakuierung werden auch Schiffe eingesetzt, um Menschen von der Halbinsel Cap Ferret zu bringen.
Das Feuer hat sich auf 10.000 Hektar ausgebreitet. 80 Gebäude wurden beschädigt, 50 vollständig zerstört. 1.500 Feuerwehrleute sind im Einsatz, unterstützt von zahlreichen Löschflugzeugen. Bislang wurde kein Zivilist verletzt, aber ein Feuerwehrmann erlitt Verletzungen.
Zweiter Brand bei Biscarrosse
Ein weiterer Brand südlich von Bordeaux, nahe der Gemeinde Biscarrosse, zwang 23.000 Menschen zur Evakuierung. Auch hier waren vor allem Campingplätze und Urlaubsquartiere betroffen. Das Feuer breitete sich auf 2.500 Hektar aus. Auslöser war ein Lieferwagen, der auf einer Landstraße durch ein Waldgebiet aufgrund eines technischen Defekts Feuer fing. Die Flammen griffen schnell auf die trockene Vegetation über. 100 Häuser wurden beschädigt, 700 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen.
Insgesamt lodern in der Region Nouvelle-Aquitaine zwei große Feuer, die trotz des massiven Einsatzes nicht unter Kontrolle gebracht werden konnten. In der Nacht zum Freitag mussten knapp 30.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.
EU-Zivilschutzmechanismus aktiviert
Frankreich stehe „unter hoher Spannung“, erklärte Präsident Macron. Er gab bekannt, dass er den europäischen Zivilschutzmechanismus ausgelöst habe. „Wir werden bald auf Verstärkung zählen können“, schrieb Macron auf X. Aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei sollen Löschflugzeuge und Schwerlast-Hubschrauber entsandt werden, um die französischen Einsatzkräfte zu unterstützen. Die Hilfe aus anderen EU-Ländern werde „schnell“ eintreffen, so Macron.



