Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft hat einen 66 Jahre alten Mann aus dem Irak wegen seiner mutmaßlichen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS) angeklagt. Der Iraker war Anfang Dezember 2025 in Nordhausen festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft, wie die Behörde in Jena mitteilte. Die Anklage wurde beim Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts in Jena eingereicht.
Vorwürfe: Freiwilliger Anschluss und Treueeid
Dem Mann wird vorgeworfen, sich im Jahr 2014 im Irak freiwillig dem IS angeschlossen zu haben. Er habe einen Treueeid abgelegt und sei mindestens bis Dezember 2016 in verschiedenen Funktionen für die Terrororganisation tätig gewesen. Zeitweise arbeitete er als leitender Mitarbeiter im Bereich Medien und Propaganda für die islamische Polizei des IS in einer Provinz.
Kampfeinsätze und Propagandavideo
Der Angeklagte soll sich auch als Kämpfer im Nordirak betätigt haben. Die Ermittlungen ergaben einen hinreichenden Tatverdacht, dass er bei einem Kampfeinsatz verletzt wurde. Zudem habe er im Sommer 2015 an einem IS-Propagandavideo mitgewirkt, das ihn mit einer Kriegswaffe ausgerüstet zeigte. Als Gegenleistung für seine Mitgliedschaft erhielt er zusammen mit seiner Familie Unterhaltszahlungen von der Terrororganisation.
Einreise nach Deutschland und Unschuldsvermutung
Der Mann soll erstmals im Jahr 2017 nach Deutschland eingereist sein. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens gilt die Unschuldsvermutung, betonte die Generalstaatsanwaltschaft.



