Iran-Krieg kostet jeden Deutschen 400 Euro Kaufkraft
Iran-Krieg: 400 Euro Verlust pro Bürger

München – Die infolge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise belasten die deutsche Bevölkerung massiv. Laut dem Münchner Ifo-Institut verlieren die Haushalte dadurch insgesamt rund 34 Milliarden Euro an Kaufkraft – das entspricht etwa 400 Euro pro Bürger. Dies berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Hohe Inflation und schwaches Wachstum

Die Forscher rechnen für dieses Jahr mit einer Inflation von 2,9 Prozent. Höhere Energiepreise verteuern nicht nur das Tanken und Heizen, sondern auch Transportkosten und viele andere Bereiche. Die Kaufkraftverluste bremsen zudem den privaten Konsum, so die Einschätzung des Instituts.

Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erklärt: „Während ein massiver Energiepreisschock durch den Nahost-Konflikt die Konjunktur bremst, stützt eine stark expansive Finanzpolitik das Wachstum.“ Der Iran-Krieg kostet die deutsche Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr jeweils 0,4 Prozentpunkte Wachstum. Ohne die Milliarden-Schulden des Bundes sähe die Lage deutlich schlechter aus. Diese sollen die Konjunktur in beiden Jahren um jeweils 0,5 Prozentpunkte anschieben.

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Mini-Wachstum in Sicht

Für 2026 rechnet das Ifo nur mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent. Für 2027 senkten die Forscher ihre Prognose von 1,2 auf 0,8 Prozent. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) blickt noch skeptischer auf die Entwicklung und erwartet für 2026 lediglich 0,5 Prozent Wachstum. Auch das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) warnt vor den Folgen des Iran-Konflikts: Die Inflation könnte zeitweise auf drei Prozent zusteuern, während die Wirtschaft nur schwach wächst.

Strukturelle Probleme verstärken die Krise

Besonders problematisch ist, dass die höheren Energiekosten Deutschland in einer Phase treffen, in der die Wirtschaft ohnehin mit strukturellen Problemen kämpft. Laut Ifo leiden die langfristigen Wachstumsaussichten unter dem demografischen Wandel, einem knapper werdenden Arbeitskräfteangebot und einer schwachen Produktivitätsentwicklung.

Die Botschaft der Ökonomen ist klar: Der Staat stützt die Konjunktur zwar mit hohen Ausgaben, doch die wegen des Iran-Krieges gestiegenen Kosten für Öl und Gas belasten die ohnehin schwachen Aussichten.

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