Ein Handelsschiff ist Berichten zufolge vor der Küste des Jemen angegriffen worden. Wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, sollen unautorisierte Personen an Bord gegangen sein, während das Schiff den Golf von Aden in östlicher Richtung durchquerte. Der Vorfall soll sich demnach 65 Seemeilen südlich der jemenitischen Stadt Al-Mukalla abgespielt haben. Er werde von Behörden untersucht, hieß es in der Mitteilung. Schiffe wurden zur Vorsicht aufgerufen.
Angriff auf Öltanker: Somalische Piraten verdächtigt
Die jemenitische Küstenwache teilte später mit, dass es sich um einen Angriff einer Gruppe somalischer Piraten auf einen Öltanker gehandelt habe. Es laufen demnach Überwachungs- und Einsatzmaßnahmen am Ort des Vorfalls, während Marineeinheiten, darunter ein Schiff der jemenitischen Küstenwache, sich dem Tanker nähern. Man führe auch Aufklärungsflüge durch, um den Status des Schiffes zu überwachen. Dieses bewege sich ersten Berichten zufolge langsam in südöstlicher Richtung nach Somalia, hieß es weiter.
Einen weiteren Angriff auf ein Handelsschiff meldete die UKMTO im Arabischen Meer, etwa 100 Seemeilen östlich von der Küste des Omans. Der Tanker sei Berichten zufolge von den andauernden militärischen Aktivitäten betroffen, so die Mitteilung.
USA zerstören iranischen Überwachungsturm
Das US-Militär hat bei seinen Angriffen gegen den Iran nach eigenen Angaben einen Überwachungsturm für die Seefahrt zerstört. Dieser sei Teil eines maritimen Überwachungsnetzwerks entlang der iranischen Küste am Golf von Oman gewesen, teilte das zuständige Regionalkommando auf der Plattform X mit. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hätten den Turm jahrzehntelang genutzt, um Handelsschiffe auf ihrer Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verfolgen und ins Visier zu nehmen, hieß es.
„Die Zerstörung des Turms schwächt unmittelbar die Fähigkeit der IRGC, Angriffe auf unschuldige zivile Besatzungsmitglieder zu koordinieren.“ Außerdem schütze der am Donnerstag erfolgte Angriff die Freiheit der Schifffahrt für alle Schiffe, mit Ausnahme jener, die versuchten, die US-Seeblockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen. Der Iran hatte nach US-Angriffen in der Nacht Opfer und Schäden an Infrastruktur in verschiedenen Regionen im Süden des Landes gemeldet. Iranische Medien berichteten zudem unter anderem auch über einen Angriff auf einen Überwachungsturm für die Seefahrt.
Iranische Vergeltungsschläge: Angriffe auf Kuwait, Katar und Jordanien
Infolge neuer Angriffswellen der USA haben die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine ganze Reihe von Vergeltungsschlägen auf dem Gebiet von US-Verbündeten in der Region durchgeführt. So sollen ein Kommandozentrum von US-Spezialkräften in Syrien sowie in Jordanien stationierte US-Flugzeuge angegriffen worden sein, teilte die iranische Eliteeinheit mit. Aus syrischen Militärkreisen hieß es jedoch, es habe keine Angriffe auf eine frühere von den USA genutzte Militärbasis gegeben. US-Soldaten seien zudem nicht mehr dort, sondern auf der anderen Seite der nahegelegenen Grenze zu Jordanien stationiert. Jordanischen Militärkreisen zufolge wurden drei iranische Raketen in jordanischem Luftraum abgeschossen.
Bei einem mutmaßlich iranischen Angriff auf die Energieinfrastruktur in Kuwait sind Behördenangaben zufolge schwere Schäden angerichtet worden. Demnach wurden eine Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung getroffen, wie das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energie in dem Golfstaat mitteilte. Dabei sei eine große Zahl von Stromerzeugungseinheiten beschädigt worden. Ein Feuer sei rasch unter Kontrolle gebracht worden. Die Menschen in Kuwait wurden aufgerufen, ihren Stromverbrauch zu reduzieren. Technische Crews arbeiteten rund um die Uhr daran, die Stabilität des Netzes zu gewährleisten, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums weiter. Die Iranischen Revolutionsgarden hatten Angriffe auf Kuwait bestätigt.
Bei der Abwehr eines iranischen Raketenangriffs auf Katar wurde nach Angaben des Innenministeriums ein Kind durch Trümmerteile verletzt. Es werde medizinisch versorgt, teilt die Behörde auf der Plattform X mit. Die Raketenabwehr sei erfolgreich gewesen, teilt das Verteidigungsministerium mit. In der Hauptstadt Doha waren einem Augenzeugen zufolge mehrere Detonationen zu hören. Die Regierung hatte wegen der Angriffe Warnmeldungen an Mobiltelefone verschickt.
In Jordanien sind laut Angaben des Militärs drei aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen worden. In der Mitteilung der Streitkräfte, die die staatliche Nachrichtenagentur Petra veröffentlichte, wurden keine Opfer durch den Angriff gemeldet. In Jordanien sind US-Truppen und -Flugzeuge stationiert. Das Land ist wiederholt zum Ziel iranischer Vergeltungsmaßnahmen geworden, die als Reaktion auf neue Luftangriffe der USA auf den Iran erfolgten.
Neunte Tote bei Angriff auf irakische Kurdenregion
Bei einem mutmaßlich iranischen Raketenangriff im Irak sind nach kurdischen Angaben neun Menschen getötet worden. Wie ein Mitglied der iranisch-kurdischen Oppositionsgruppe Komala der dpa mitteilte, wurde deren Hauptquartier nahe der Stadt Sulaimanija in der autonomen irakischen Provinz Kurdistan von sechs ballistischen Raketen getroffen. Dabei seien neun Mitglieder der Gruppe getötet worden. Zudem seien mehrere Feuer ausgebrochen. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch steige. Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung für den Vorfall. Nach Angaben der Anti-Terror-Behörde in der autonomen irakischen Kurdenregion wurden zudem acht Drohnen über der Provinzhauptstadt Erbil abgefangen. Verletzte oder Tote soll es dabei aber nicht gegeben haben.
Britisches Militär: Tanker in der Straße von Hormus angegriffen
In der Straße von Hormus ist nach Angaben des britischen Militärs erneut ein Tanker angegriffen worden. Der Tanker sei am frühen Freitagmorgen auf einer Route nahe der Küste des Omans unterwegs gewesen, als er von einem Geschoss getroffen worden sei, teilte die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) mit. Das Schiff habe an der Backbordseite leichte Schäden erlitten. Die gesamte Besatzung sei unverletzt, Umweltschäden seien nicht entstanden, hieß es. Das Schiff habe seine Fahrt fortgesetzt. Zu dem aktuellen Vorfall äußerte sich der Iran zunächst nicht. In der Vergangenheit hatte Teheran wiederholt Tanker in der Region angegriffen.
Israelische Luftangriffe in Gaza und Parlamentsauflösung
Bei einem israelischen Luftangriff auf eine Trauergemeinde in Nuseirat im zentralen Gazastreifen sind palästinensischen Gesundheitsbehörden zufolge mindestens acht Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Die Trauernden nahmen den Angaben zufolge an der Beerdigung einer Person teil, die bei einem früheren Angriff am selben Tag getötet wurde. Die radikal-islamische Hamas verurteilt den Angriff als „brutales Massaker“. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs liegt zunächst nicht vor. Die Gesamtzahl der an diesem Tag getöteten Palästinenser steigt damit auf mindestens zwölf. Trotz einer im Oktober vereinbarten Waffenruhe kommt es fast täglich zu israelischen Angriffen.
Vor der geplanten Parlamentswahl Ende Oktober ist das israelische Parlament aufgelöst worden. Die Knesset, die eigentlich am Freitag in die Sommerpause gehen sollte, wird vor der Wahl, die am 27. Oktober stattfinden soll, nicht mehr zusammentreten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt eine weitere Amtszeit an. Umfragen in Israel zeigen allerdings einen deutlichen Zulauf für die Oppositionsparteien unter der Führung des früheren Ministerpräsidenten Naftali Bennett sowie eines beliebten ehemaligen Militärchefs aus dem politischen Zentrum.
Iran meldet 38 Tote durch US-Angriffe
Im Zuge der jüngsten US-Angriffe auf den Iran sind Regierungsangaben zufolge in den vergangenen Tagen insgesamt mindestens 38 Menschen getötet worden. Mehr als 400 seien verletzt worden, schrieb der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, auf X und bezog sich auf Angriffe im Juli. Die Zahlen dürften sich auf Zivilisten beziehen, da getötete Soldaten in der Regel separat aufgeführt werden. Zudem dürften diese am Freitagmorgen (deutscher Zeit) gemeldeten Zahlen bisher nicht die Opfer der letzten US-Angriffswelle der Nacht beinhalten. Iranische Medien sprachen zunächst von insgesamt acht Toten.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars verbreitet in sozialen Medien ein Video mit dem englischen Titel „Wo kann Trump getötet werden?“. Es wurde unter anderem auf dem Telegram-Kanal der Agentur, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, veröffentlicht. Eine Version des Videos auf der Plattform X, die dem US-Milliardär Elon Musk gehört, wurde mittlerweile gelöscht. Das Video soll etwa die Route der Autokolonne von US-Präsident Donald Trump zu seinem Wohnsitz in Mar-a-Lago in Florida zeigen. Eine Brücke stelle einen sicherheitskritischen Punkt dar. Die visuelle Darstellung der Route korrespondiert nicht direkt mit öffentlich zugänglichem Kartenmaterial der Lage. Die Route des US-Präsidenten in Florida wurde erst im Januar 2026 wegen eines verdächtigen Objekts am Flughafen verändert.
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Freitag die jüngste Runde von Luftangriffen gegen den Iran beendet. Es war die sechste Nacht in Folge mit Angriffen auf die Islamische Republik, während sich der Konflikt um die Straße von Hormus weiter zuspitzt. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) erklärte, man habe „Küstenüberwachungs- und Luftabwehrstellungen, militärische Logistikinfrastruktur sowie maritime Fähigkeiten“ getroffen, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Verstärkt gerieten dabei Brücken ins Visier der Angriffe. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens wurden dabei mindestens sieben Menschen getötet.



