Dominic kommt aus Kolumbien und kämpft in der Ukraine – auf ukrainischer Seite. Wie er und viele seiner Landsleute wurde er mit dem Versprechen eines hohen Soldes angeworben. Doch was sie an der Front erleben, übertrifft ihre schlimmsten Vorstellungen. Die Funke Mediengruppe berichtet über die erschütternden Erfahrungen kolumbianischer Söldner im Ukraine-Krieg.
Hoher Sold als Lockmittel
Die Anwerbung kolumbianischer Kämpfer erfolgte gezielt über soziale Medien und private Militärfirmen. Versprochen wurden monatliche Zahlungen von mehreren tausend US-Dollar – ein Vermögen für viele Kolumbianer. „Man hat uns gesagt, wir würden nur Sicherheitsaufgaben übernehmen und nicht direkt kämpfen“, berichtet Dominic. Die Realität sah anders aus.
Brutale Realität an der Front
An der Front in der Region Dnipro wurden die kolumbianischen Söldner direkt in Gefechte verwickelt. „Der Beschuss hört nie auf. Wir haben Kameraden verloren, die neben uns standen“, sagt Dominic. Viele erlitten schwere Traumata. Die Versorgung sei mangelhaft, die Ausrüstung veraltet. „Es ist schlimmer, als wir es uns vorstellen konnten.“
Kämpfer auf beiden Seiten
Interessanterweise kämpfen Kolumbianer nicht nur für die Ukraine, sondern auch auf russischer Seite. Russland wirbt ebenfalls Söldner an, oft mit ähnlichen Versprechungen. Laut Schätzungen der kolumbianischen Regierung befinden sich mehrere Hundert Kolumbianer im Ukraine-Krieg, einige davon auf beiden Seiten der Front.
Folgen für die kolumbianische Gesellschaft
Die Rückkehrer kommen oft traumatisiert zurück. Die kolumbianische Regierung hat bereits Hilfsprogramme angekündigt, doch viele kämpfen mit psychischen Problemen. „Wir wurden benutzt“, sagt Dominic. „Man hat uns das Blaue vom Himmel versprochen, und jetzt sind wir gebrochen.“ Die Anwerbung von Söldnern aus armen Ländern wirft ethische Fragen auf – sowohl für die Ukraine als auch für Russland.



