Nadeschdin in Paris: Oppositioneller verlässt Russland – Ukraine-News
Nadeschdin flieht nach Paris – Ukraine-News

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat Russland verlassen und ist nach Paris geflohen. In einem auf Telegram veröffentlichten Video, das vor dem Eiffelturm aufgenommen wurde, sagte er: „Es gibt gute Neuigkeiten. Ich bin am Leben und in Freiheit.“ Er wolle nun abwarten, wie es weitergeht, und später über seine Pläne informieren. Zuvor war Nadeschdin in Moskau vorübergehend festgenommen worden.

Der 61-Jährige hatte angekündigt, seinen Kampf um die Teilnahme an der Parlamentswahl im September aufzugeben, um seine Anhänger nicht zu gefährden. Ihm wird vorgeworfen, ein Video mit dem Bild des im Straflager gestorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny weiterverbreitet zu haben. Damit soll er auf die als extremistisch verbotene Organisation verwiesen haben. „Was mir vorgeworfen wird, habe ich nicht getan“, schrieb Nadeschdin. (dpa)

Feuer in Wildberries-Lager nach Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries in der Region Wladimir sind zwei Menschen verletzt worden. Gouverneur Alexander Awdejew erklärte, die Drohnen hätten das Lager rund 180 Kilometer östlich von Moskau attackiert und ein Feuer ausgelöst. Das Unternehmen bestätigte den Angriff und teilte mit, die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden. Die Logistik wurde auf andere Standorte umgeleitet.

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Der rund 172.000 Quadratmeter große Komplex verteilte Waren in die Region Moskau sowie in zentrale, nördliche und nordwestliche Gebiete des europäischen Teils Russlands. Seit Mitte Juli wurden nach russischen Angaben rund 20 Wildberries-Standorte angegriffen, darunter nahe St. Petersburg, in Simferopol, Krasnodar, Wolgograd und Samara. Bei den ersten Attacken am 18. Juli wurden acht Menschen getötet und fast 90 verletzt. Wirtschaftsanalysten schätzen, dass Wildberries durch die Angriffe bereits rund 20 Prozent seiner Lagerkapazitäten verloren hat. Der Schaden wird auf etwa 280 Milliarden Rubel (umgerechnet rund drei Milliarden Euro) beziffert. Die Ukraine argumentiert, über den Onlinehandel werde auch das russische Militär beliefert. (AFP/Reuters/dpa/tsp)

Acht Millionen Bücher in Charkiw verbrannt

Der ukrainische Verlag Ranok hat mitgeteilt, dass bei einem russischen Angriff auf ein Warenlager in Charkiw mehr als acht Millionen Bücher zerstört wurden. „Der Feind versucht, unsere Bildung und Kultur zu verbrennen“, schrieb der Verlag. Verlagsdirektor Viktor Kruglow sprach von einem „Angriff auf die ukrainische Bildung und Kultur“. Es handle sich um den größten Verlust in der ukrainischen Buchinfrastruktur seit Kriegsbeginn 2022. Ein AFP-Reporter beobachtete, wie Feuerwehrleute versuchten, den Brand zu löschen. Bereits im vergangenen Monat waren in einem Lager nahe Kyjiw 800.000 Bücher verbrannt, darunter Werke von George Orwell und Barack Obama. (AFP)

Umjerow leitet künftig Auslandsgeheimdienst

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Chefunterhändler Rustem Umjerow zum neuen Chef des Auslandsgeheimdienstes ernannt. Umjerow, zuvor Verteidigungsminister und zuletzt Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, bleibt für die unter US-Vermittlung geführten Verhandlungen mit Russland zuständig. Er soll außerdem den Export ukrainischer Drohnen koordinieren. Selenskyj sagte, es gebe bereits Verträge mit neun Staaten, weitere seien geplant. Der Posten war monatelang nur geschäftsführend besetzt. (dpa)

Moskauer Botschaft macht Ukraine für Explosion verantwortlich

Nach dem tödlichen Sprengstoffanschlag in einem italienischen Restaurant in Moskau hat die russische Botschaft in Italien der Ukraine die Schuld gegeben. „Die blutigen Fangarme der Terrorbande Selenskyjs haben das italienische Restaurant ‚Balzi Rossi‘ in Moskau erreicht“, hieß es in einer Mitteilung. Die Terroristen hätten Italiener einschüchtern wollen, die in Russland arbeiten. Erst durch den Sicherheitsdienst seien der aus Neapel stammende Chefkoch und sein Team unverletzt geblieben. Die Botschaft sprach von fünf Toten und 19 Verletzten, während das Antiterror-Komitee bislang von drei Toten und 21 Verletzten ausgegangen war. In dem Restaurant soll ein ranghoher Militär seinen Geburtstag gefeiert haben. (dpa)

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Frankreich: Gericht weist Klage von Kreml-Journalistin ab

Die russische Journalistin Xenia Fedorova ist mit einem Eilantrag gegen ihre Ausweisung aus Frankreich gescheitert. Das Verwaltungsgericht in Paris entschied, sie habe keine „ernsthaften persönlichen Konsequenzen“ nachgewiesen. Fedorova, die als Sprachrohr des Kremls gilt und von Präsident Emmanuel Macron als „Propaganda-Agentin“ bezeichnet wurde, steht unter Hausarrest, ihre Vermögenswerte sind eingefroren. Sie selbst beklagte „politischen Druck“ und „die Zensur von Meinungen“. (AFP)

Tote bei ukrainischen Gegenangriffen in Südrussland

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind in der Schwarzmeerregion mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Im Badeort Archipo-Ossipowka in der Region Krasnodar wurden drei Menschen getötet und 13 verletzt, darunter Minderjährige. Auf der von Russland annektierten Krim gab es drei weitere Tote. Das russische Verteidigungsministerium meldete, 131 ukrainische Drohnen abgewehrt zu haben. Zudem wurden bei einem russischen Angriff auf eine Tankstelle in der Region Dnipropetrowsk nach Angaben des Gouverneurs drei Menschen getötet. Die Ukraine weitet ihre Angriffe auf russisches Hinterland weiter aus. Zudem sind erneut Drohnen-Teile auf rumänischem Staatsgebiet gefunden worden. (dpa/Reuters)

Gespräche über Patriot-Produktion in der Ukraine

Der US-Kongressabgeordnete Mike Turner hat bestätigt, dass Washington und Kyjiw über eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine verhandeln. Turner forderte das Weiße Haus und das Pentagon auf, den Prozess schnell abzuschließen. Präsident Donald Trump hatte der Ukraine beim Nato-Gipfel eine entsprechende Lizenz zugesagt, diese Aussage aber später relativiert. Selbst bei einer politischen Genehmigung würden technische Unterlagen, Ausbildung und Produktionsaufbau mehrere Jahre dauern. (CBS News)

Experte: Putin will Ukraine im Winter zermürben

Der frühere US-Botschafter bei der Nato, Kurt Volker, sagte, Russland werde den kommenden Winter nutzen, um die Ukraine mit Angriffen aufs Energienetz zu Zugeständnissen zu zwingen. Moskau wolle den Mangel an Patriot-Raketen ausnutzen. Volker zufolge schrumpfen Russlands Ressourcen jedoch; bis zum Frühjahr könnte der Kreml einer Waffenruhe zustimmen müssen. Russland rekrutiert unterdessen nach einem Medienbericht offenbar zunehmend mit Zwang und Gewalt neue Soldaten. (CNBC)

Kämpfe bei Slowjansk und Angriff auf Uni in Belgorod

Laut dem Institute for the Study of War haben russische Angriffe in Richtung Slowjansk und Kostjantyniwka am 1. und 2. August keine bestätigten Geländegewinne gebracht. In Belgorod wurde die technische Universität getroffen, die als Zentrum für Drohnenentwicklung gilt. In sozialen Netzwerken kursierten Aufnahmen von brennenden Gebäuden; offizielle Angaben gab es zunächst nicht. Die Universität hatte offenbar auch Drohnenoperateure ausgebildet. (ISW/dpa)

Schüsse in Rekrutierungszentrum und versenktes Frachtschiff

In Odessa hat ein Unbekannter in einem Rekrutierungszentrum das Feuer auf Angestellte eröffnet. Vier Männer wurden verletzt, einer schwer. Der Schütze wurde später in seiner Wohnung festgenommen; über sein Motiv ist nichts bekannt. (dpa)

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben das zur russischen Atombehörde Rosatom gehörende Containerschiff „Yanina“ im Schwarzen Meer versenkt. Rosatom meldete, mindestens zwei ukrainische Drohnen hätten das Schiff getroffen; die 17-köpfige Besatzung sei von Bord gegangen. Präsident Selenskyj bestätigte die Versenkung. Das Schiff transportierte zivile Güter, es gab keine Hinweise auf Nuklearmaterial. Zudem seien Ölraffinerien in Baschkortostan attackiert worden. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, drei Schiffe mit Militärgütern im ukrainischen Teil des Schwarzen Meeres und ein Frachtschiff im Hafen von Mykolajiw getroffen zu haben. Das Verkehrsministerium kündigte Schutzmaßnahmen für die Schifffahrt an. (Tsp/Reuters/dpa/AFP)