Pakistan hat im wieder aufgeflammten Konflikt zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen und Saudi-Arabien mit einem Militäreinsatz gedroht. In einer Stellungnahme des pakistanischen Außenministeriums hieß es, man behalte sich den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen. Die Atommacht Pakistan und Saudi-Arabien verbindet ein weitreichendes Militärbündnis. Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt, rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt.
Pakistan verurteilte die Drohungen der Huthi gegenüber Saudi-Arabien. Eigene Interessen könnten im Sinne des Bündnisses auch bei einem Angriff auf das Königreich als verletzt gelten. Ein militärischer Eintritt Pakistans in den Konflikt würde das Land zu einem Gegner Teherans machen.
Weitere Schiffe ändern Kurs wegen Huthi-Drohungen
Nach einer Warnung der Huthi-Miliz vor dem Anlaufen saudischer Häfen haben weitere Tanker im Roten Meer ihren Kurs geändert. Zwei Schiffe steuern nun den Suezkanal an, zwei weitere haben offene Gewässer als Ziel angegeben, wie aus Schiffsortungsdaten von LSEG und MarineTraffic hervorgeht. Ein fünftes Schiff, ein Fahrzeugtransporter, drehte im Golf von Aden ab, nachdem es zuvor den saudischen Hafen Dschidda als nächstes Ziel gemeldet hatte. Bereits am Dienstag hatten drei mit saudischem Rohöl beladene Tanker auf dem Weg nach China und Indien abgedreht und den Suezkanal angesteuert, um die jemenitische Küste zu meiden.
Die Huthi-Rebellen warnten Reedereien per E-Mail davor, saudische Häfen zu nutzen. Schiffen sei es untersagt, dort Fracht zu laden oder zu löschen. Solche Aktivitäten könnten dazu führen, dass die Schiffe „an jedem Ort“ von den Huthis angegriffen würden. Die Miliz hat eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt und kann von ihrem Kontrollgebiet aus die Meerenge Bab al-Mandab zum Roten Meer kontrollieren.
Jordanien fängt sechs Raketen aus dem Iran ab
Jordanien hat den Beschuss mit sechs Raketen aus dem Iran gemeldet. Die Flugabwehr habe die Raketen registriert und darauf reagiert, nachdem sie in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf Militärkreise. Vier Raketen seien abgefangen worden, zwei weitere in abgelegenen Gebieten niedergegangen. Schäden oder Opfer habe es nicht gegeben. Videos zeigten Rauch im Raum der Küstenstadt Akaba. Das Königreich wurde im bisherigen Krieg weniger angegriffen als etwa Kuwait oder die Vereinigten Arabischen Emirate, beheimatet jedoch US-Truppen und Flugzeuge der US-Luftwaffe, was es zu einem möglichen Ziel iranischer Vergeltungsangriffe macht.
Zudem fing die jordanische Armee nach eigenen Angaben fünf iranische Drohnen ab, die Jordanien zum Ziel gehabt hätten. Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten, einen Stützpunkt von US-Soldaten in der Gegend von Rukban nahe der Grenze zu Syrien angegriffen zu haben. Opfer oder Sachschäden wurden zunächst nicht gemeldet.
Hegseth schätzt bisherige Kosten des Iran-Krieges auf 37,5 Milliarden Dollar
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schätzte die bisherigen Kosten des Iran-Krieges auf 37,5 Milliarden Dollar (knapp 33 Milliarden Euro). Diese Zahl nannte er in einer Anhörung vor einem Senatsausschuss, in der er einen Antrag auf zusätzliche Mittel für das Pentagon in Höhe von rund 67 Milliarden Dollar verteidigte. Das neue Geld sei „dringend“ notwendig, um die Kosten bis Ende September zu decken, argumentierte er. Die US-Armee führte wenig später nach eigenen Angaben „die elfte Nacht in Folge“ Angriffe auf den Iran aus. „Die Angriffe zielen darauf ab, die Fähigkeit des Iran, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen“, erklärte das Regionalkommando Centcom.
US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran weitere Angriffe an. Die USA seien mit dem Iran „noch lange nicht fertig“, sagte er bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus. Unter anderem drohte er mit Angriffen auf die Atomanlage Pickaxe Mountain in der Nähe von Natans: „Wir werden dieses Gebiet ziemlich bald und sehr hart angreifen.“ Trump fügte hinzu, normalerweise würde er keine Ziele bekanntgeben, doch der Iran könne „nichts dagegen tun“. Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran dort eine geheime Urananreicherungsanlage errichtet.
Explosionen in Teheran – Flugabwehr im Einsatz
Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg wurde die Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran aktiviert. Im Nordosten der Millionenmetropole waren dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.
Trump will Flugverbot für Libanon aufheben
US-Präsident Donald Trump will nach fast 40 Jahren wieder Direktflüge von den USA in den Libanon erlauben. Er habe die US-Regierung angewiesen, dies zu gestatten, sagte Trump nach einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun. Voraussetzung sei eine umfassende Sicherheitsüberprüfung des Flughafens in Beirut durch US-Behörden. Es war unklar, ob die US-Fluggesellschaften bereit wären, die Flüge wieder aufzunehmen. Die USA hatten 1985 alle Flüge in das Land ausgesetzt, nachdem eine TWA-Maschine zur Landung in Beirut gezwungen worden war. Das US-Außenministerium rät US-Bürgern wegen der hohen Spannungen im Nahen Osten derzeit von Reisen in den Libanon ab.
Kuwait: Iranische Angriffe treffen Kraftwerke und Entsalzungsanlagen
Mehrere Strom- und Meerwasserentsalzungsanlagen in Kuwait sind nach Regierungsangaben erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Durch die Attacken am Montagabend seien in mehreren Einrichtungen Brände ausgebrochen, erklärte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien. Der Schaden werde erfasst, während Reparaturen vorbereitet würden. Mehrere Einheiten seien vorsorglich vom Netz genommen worden.
Iranischer Minister trifft Vermittler in Pakistan
Inmitten gegenseitiger Angriffe zwischen den USA und dem Iran traf der iranische Innenminister Eskandar Momeni laut pakistanischen Sicherheitskreisen mit führenden Vermittlern in Islamabad zusammen. Nach einem Termin mit Pakistans Armeechef Asim Munir war Momeni im Gespräch mit Premierminister Shehbaz Sharif. Über Gesprächsinhalte wurde nichts bekannt. Zuvor hieß es, Pakistan werde darauf hinwirken, dass eine Öffnung der Straße von Hormus von den Revolutionsgarden verkündet werden müsse.
Tote nach Luftangriff auf Gaza-Stadt
Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt sind nach Angaben von Sanitätern ein Ehepaar und seine vier Kinder getötet worden. Das israelische Militär erklärte, Ziel sei ein Kämpfer der Hamas gewesen. Bei weiteren Angriffen wurden seit Freitag drei Kämpfer der Hamas und des Islamischen Dschihad getötet. Zwei von ihnen seien an dem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen und hätten damals Geiseln festgehalten. Mit den jüngsten Opfern steigt die Zahl der durch israelische Angriffe getöteten Palästinenser seit Beginn der Waffenruhe auf mehr als 1150. Vier israelische Soldaten wurden im Gazastreifen getötet.
Israel übergibt Stadt im Südlibanon an libanesische Armee
Israel hat im Rahmen eines Pilotprojekts für eine Sicherheitsvereinbarung eine besetzte Stadt im Südlibanon an die libanesische Armee übergeben. Einheiten der libanesischen Armee rückten nach dem Abzug israelischer Truppen in Sawtar al-Gharbija ein. Ein von den USA vermittelter Plan sieht vor, dass die libanesische Armee Waffen der Hisbollah beschlagnahmt und sich israelische Truppen schrittweise zurückziehen. Die Übergabe gilt als erste Bewährungsprobe für den Plan. In der Region wurden bei Kämpfen Dutzende Dörfer sowie Krankenhäuser, Kraftwerke und Wasserpumpen zerstört.



