Ukraine-Krieg: Polen fängt russischen Jet über Ostsee ab + Swyrydenko zurückgetreten
Polen fängt russischen Jet über Ostsee ab + Swyrydenko zurückgetreten

Polnische Kampfflugzeuge haben am Dienstag über der Ostsee ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Iljuschin Il-20M abgefangen. Der Vorfall ereignete sich etwa 30 Kilometer vor der Küste des Badeorts Ustka. Zwei polnische Kampfjets nahmen Kontakt mit der russischen Maschine auf und forderten sie auf, das Gebiet zu verlassen, woraufhin diese nach Russland abdrehte.

Erster russischer Annäherungsversuch seit Langem

Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz bezeichnete den Vorfall als „den ersten russischen Versuch seit Langem, sich unserer Seegrenze zu nähern, um unsere Luftverteidigung zu testen“. Er betonte, dass Russland „ständig hybride Kriegsführung betreibt, Aufklärung durchführt und sich feindselig gegenüber allen Ländern des Nordatlantikbündnisses verhält“. Das Nato-Mitglied Polen hat Russland seit dem Einmarsch in die Ukraine 2022 wiederholt „hybride Kriegsführung“ vorgeworfen.

Swyrydenko als Ministerpräsidentin zurückgetreten

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko ist im Zuge einer größeren Regierungsumbildung zurückgetreten. Das Parlament, die Werchowna Rada in Kiew, billigte das entsprechende Gesuch. Die 40-Jährige hatte das Amt im Juli 2025 übernommen, zuvor war sie Wirtschaftsministerin gewesen. Swyrydenko erklärte, sie habe in ihrer Amtszeit „konkrete Ergebnisse“ erzielt. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Regierungsumbildung bereits am Sonntag verkündet. Medienberichten zufolge lehnte Swyrydenko ein mögliches Angebot ab, Botschafterin der Ukraine in den USA zu werden.

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Bulgarien lehnt Teilnahme an Koalition der Willigen ab

Der EU- und Nato-Mitgliedstaat Bulgarien hat eine Teilnahme an der „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine abgelehnt. Der neue bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew sagte in Paris: „Der Platz von Bulgarien ist nicht dort.“ Er betonte, dass die Lösung des Konflikts nicht in seiner Verlängerung mit militärischen Mitteln liege, sondern in einer starken diplomatischen Mission. Radew, ein früherer Kampfjetpilot und Chef der bulgarischen Luftstreitkräfte, ist seit Mai Regierungschef des Landes mit etwa 6,4 Millionen Einwohnern.

Stromabschaltungen auf der Krim

Nach Angriffen der Ukraine auf die von Russland kontrollierte Halbinsel Krim wird in der Großstadt Sewastopol stundenlang der Strom abgeschaltet. Die örtlichen Behörden teilten mit, dass es vorerst nur noch für zwei Stunden Strom gibt, gefolgt von sechsstündigen Ausfällen. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew schrieb auf Telegram: „Ich verstehe, wie schwierig dies ist. Deshalb tun wir alles in unserer Macht Stehende, um die Lage zu stabilisieren.“ Ende Juni wurden nach ukrainischen Angriffen schon einmal Stromausfälle bekannt. Zu Beginn der Urlaubssaison war zudem der Treibstoff knapp geworden und wird rationiert. Für die Krim und Sewastopol wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, Ferienlager wurden geschlossen und der Tourismus bis zum 1. September ausgesetzt.

Ukrainischer Drohnenangriff auf Raffinerie im Ural

Die Ukraine hat in der Nacht eine Raffinerie in der russischen Teilrepublik Baschkortostan in der Nähe des Uralgebirges angegriffen. Republikchef Radij Chabirow bestätigte eine massive Attacke auf das Industriegebiet in Salawat. „Es gibt einige Rauchherde, die durch das Herabstürzen von Drohnentrümmern hervorgerufen wurden“, schrieb er. Tote und Verletzte gab es seinen Angaben nach nicht. Die wichtigsten Anlagen seien unbeschädigt, teilte Chabirow mit. Er erwarte, dass die Anlage in wenigen Tagen wieder die normale Betriebskapazität erreiche. Salawat liegt mehr als 1.400 Kilometer von der Front entfernt. Die zum Ölkonzern Gazpromneft gehörende Raffinerie hat eine Verarbeitungskapazität von mehr als sieben Millionen Tonnen Rohöl im Jahr.

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Frankreichs Nationalfeiertag als Zeichen für Ukraine-Unterstützung

Mit seiner letzten Militärparade zum französischen Nationalfeiertag setzte Präsident Emmanuel Macron ein mächtiges Zeichen der Unterstützung für die Ukraine. An der Spitze der Parade auf den Pariser Champs-Élysées marschierten 500 Soldaten aus Mitgliedsländern der „Koalition der Willigen“, darunter auch deutsche Soldaten. Die Kunstflugstaffel „Patrouille de France“ wurde von zwei Mirage-Kampfjets mit französisch-ukrainischer Besatzung begleitet. Auf der Ehrentribüne wohnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der Parade bei, zusammen mit rund 30 weiteren Staats- und Regierungschefs der Koalition der Willigen, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz.

Erste Manöver der Koalition der Willigen angekündigt

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk kündigte in Paris an, dass die ersten Militärmanöver der „Koalition der Willigen“ in diesem Herbst in Polen stattfinden sollen. Beteiligt seien Truppen aus Frankreich, Großbritannien und Polen. Die Manöver sollten die Koalition auf „konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine, aber auch für die Region vorbereiten“, sagte Tusk. Die sogenannte „Koalition der Willigen“ plant eine multinationale, von Europa geführte und von den USA unterstützte Truppe, die nach einem Ende des russischen Angriffskrieges helfen soll, die Sicherheit der Ukraine zu gewährleisten.