Ukraine: Proteste gegen Selenskyj dauern an – Tu-95-Bomber zerstört
Proteste in Ukraine: Selenskyj unter Druck – Bomber zerstört

In der Ukraine halten die Demonstrationen gegen Präsident Wolodymyr Selenskyj an. Seit drei Tagen protestieren in Kiew und anderen Städten Tausende gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Die Demonstranten fordern seine Wiedereinsetzung und die Ablösung des Oberkommandierenden Olexander Syrskyj. Gleichzeitig meldet Selenskyj die Zerstörung eines strategischen Bombers vom Typ Tu-95 auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Engels, rund 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. „Wir verteidigen uns gerecht und proaktiv“, schrieb er auf X.

Demonstrationen in Kiew und anderen Städten

Die Proteste gegen Selenskyjs Personalpolitik sind die größten in Kriegszeiten. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform tragen die Demonstranten braune Papptafeln mit Losungen. Sie kritisieren die Entlassung Fedorows, der erst seit sechs Monaten im Amt war. Viele verlangen auch die Entlassung von Syrskyj, dem sie Blockaden von Reformen vorwerfen. Fedorow selbst bestätigte einen Konflikt mit der Armeeführung und warf Syrskyj vor, intrigiert zu haben. „Wir mussten feststellen, dass alle unsere Initiativen blockiert wurden“, sagte Fedorow in Kiew.

Selenskyj schlägt Geheimdienstler als neuen Minister vor

Als Nachfolger für Fedorow schlug Selenskyj Jewhenij Chmara vor, den geschäftsführenden Leiter des Geheimdienstes SBU. Chmara gilt als Experte für Drohneneinsätze und hat den Rang eines Generalmajors. Allerdings muss der Verteidigungsminister laut Gesetz ein Zivilist sein. Die Kandidatur soll bald im Parlament eingereicht werden. Zuvor hatte Selenskyj auch den Chef des Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, als neuen Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Das Parlament bestätigte Korezkyj am Donnerstag mit 289 Ja-Stimmen.

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Ukraine greift russische Schiffe im Schwarzen Meer an

Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe auf russische Ziele im Schwarzen Meer fort. Kommandeur Robert Browdi teilte auf Telegram mit, zwölf weitere Schiffe seien getroffen worden, darunter neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper. Damit steigt die Gesamtzahl der im Juli getroffenen Schiffe auf 159. Zudem traf der Inlandsgeheimdienst SBU gemeinsam mit der Marine zwei Tanker der russischen „Schattenflotte“ mit Seedrohnen. Die Schiffe „Louise 1“ und „Banda“ standen unter ukrainischen Sanktionen.

Russische Angriffe fordern Tote und Verletzte

Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen wurden nach Angaben Selenskyjs erneut Menschen getötet und verletzt. In Odessa kamen zwei Menschen ums Leben, fünf wurden verletzt. In der Region Saporischschja gab es zwei Tote und fünf Verletzte. In Kiew starben bei Raketenangriffen mindestens zwei Menschen, sechs wurden verletzt. Bürgermeister Witali Klitschko meldete Brände in Lagerhallen und an geparkten Lastwagen. Es war der sechste Angriff auf die Hauptstadt im Juli.

Großbritannien verstärkt Militärpräsenz in Estland

Großbritannien wird seine Truppen in Estland um 300 Soldaten auf insgesamt 1.200 erhöhen. Die Verlegung soll im kommenden Frühjahr beginnen. Die Vereinbarung sieht auch engere Kooperation in der Rüstungsindustrie vor. „Wir verstärken unsere Präsenz in Estland, um Nato-Territorium zu verteidigen und Russland abzuschrecken“, sagte der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis. Die Truppe werde mit hochmobilen Fahrzeugen, fortschrittlichen Waffensystemen und Hightech-Drohnen ausgerüstet.

Gefangenenaustausch und wirtschaftliche Folgen

Die Ukraine und Russland haben erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht. Kiew erhielt 501 Leichen, Moskau 31. Seit Anfang 2025 hat die Ukraine fast 21.000 Gefallene zurückerhalten. Russland wurden nur etwas über 660 übergeben. Der Kreml räumte wirtschaftliche Probleme ein, spielte sie aber herunter. „Diese Schwierigkeiten sind nicht kritisch“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Der Geschäftsklimaindex der Zentralbank fiel im Juli um 4,5 Punkte auf minus 3,6 Zähler – der niedrigste Stand seit Mitte 2022.

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