Die russische Vollinvasion in der Ukraine dauert nun bereits länger als vier Jahre. In der Regierung in Kyjiw gibt man sich nun optimistisch, was ein baldiges Ende des Konflikts angeht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach sich kürzlich für Friedensgespräche mit Russland noch vor dem Winter aus. Nun legt sein Stabschef Kyrylo Budanow nach und hält ein Abkommen zur Beendigung des Krieges in diesem Zeitraum für realistisch.
Budanow: Anweisung des Präsidenten, Krieg schnell zu beenden
Budanow erklärte, es sei die Anweisung von Präsident Selenskyj, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden – wenn möglich noch vor dem Winter. „Meiner Meinung nach ist dies absolut richtig, rechtzeitig und realistisch“, so Budanow. Das unabhängige Portal „Kyiv Independent“ wies jedoch darauf hin, dass Budanow als ehemaliger Geheimdienstchef bereits mehrfach großspurige Vorhersagen gemacht habe, die sich nicht alle bewahrheitet hätten.
Militärische Lage: Ukraine hat Vorteil, aber Unsicherheit bleibt
Unabhängige Militärbeobachter bewerten die Position der ukrainischen Armee derzeit als gut. Der Ukraine ist es gelungen, den Vormarsch der russischen Invasoren zu verlangsamen und den Krieg mit Langstreckenangriffen bis weit ins russische Landesinnere zu tragen. Wie lange dieser Vorteil anhält und welche Auswirkungen er auf die von den USA vermittelten, stockenden Friedensgespräche hat, bleibt jedoch abzuwarten.
Besuch einer US-Delegation erwartet
Budanow erwartet nach eigenen Angaben in Kürze den Besuch einer US-Delegation in Moskau und Kyjiw. Dies könnte neue Impulse für die diplomatischen Bemühungen bringen. Die Ukraine macht weiter Druck und versucht offenbar, aus der momentan vergleichsweise erfolgreichen Situation auf dem Schlachtfeld diplomatische Fortschritte zu erzielen. Ob ein Friedensabkommen tatsächlich noch vor dem Winter zustande kommt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.



