Die USA haben in der siebten Nacht in Folge ihre Angriffswelle gegen den Iran fortgesetzt. Ziel der Operation waren nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom Einrichtungen der Militärlogistik und weitere Anlagen. Das Kommando wies zugleich die Behauptung der iranischen Revolutionsgarden zurück, zwei Öltanker seien auf Minen gelaufen und explodiert. Mehr als 50.000 US-Soldaten seien in der Region stationiert und blieben „wachsam, schlagkräftig und einsatzbereit“. Iranische Medien berichteten von Explosionen in der Stadt Chorramabad.
Iran greift US-Stützpunkte in Kuwait und Jordanien an
Das iranische Militär hat nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens US-Militäreinrichtungen in Kuwait und Jordanien ins Visier genommen. In Bahrain ertönten Sirenen, wie das Innenministerium in Manama mitteilte. Bei den neuen US-Angriffen auf den Iran wurden nach Angaben staatlicher Medien im Süden des Landes drei Menschen getötet. In der Provinz Hormosgan seien zudem acht Menschen verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Irna am Samstagmorgen.
Wadephul warnt vor Wiederbewaffnung der Hamas
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat auf Fortschritte im stockenden Gaza-Friedensprozess gedrängt und vor einer erneuten Aufrüstung der islamistischen Hamas gewarnt. „Israel muss mehr humanitäre Hilfe in den Gazastreifen lassen und Teilverantwortung für Gebiete unter israelischer Kontrolle an die Palästinenser übergeben“, sagte Wadephul dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) laut Vorabbericht. Zugleich müsse die Hamas wie zugesagt entwaffnet werden. „Tatsächlich passiert gerade eher das Gegenteil, sie bewaffnet sich wieder“, erklärte der Minister. Staaten mit Einfluss auf die Organisation müssten daher mehr Druck ausüben, um ihr das Handwerk zu legen.
Huthi-Miliz warnt Saudi-Arabien vor „Belagerung“
Die mit dem Iran verbündete jemenitische Huthi-Miliz hat das benachbarte Saudi-Arabien vor einer „Belagerung“ gewarnt. Man sei bereit, das Prinzip „Belagerung gegen Belagerung, Flughafen gegen Flughafen und Hafen gegen Hafen“ anzuwenden, zitierte die jemenitische Nachrichtenagentur Saba den Verteidigungsminister der Miliz, Mohammed al-Atafi. Er bezog sich damit offenbar auf einen Luftangriff zu Wochenbeginn auf den Flughafen der Hauptstadt Sanaa, für den die Miliz Saudi-Arabien verantwortlich gemacht hatte.
Erneut Beschuss in irakischer Kurdenregion
Im Norden des Irak ist es erneut zu Beschuss gekommen. Iranische Drohnen hätten am Freitagabend Ziele in der Stadt Sulaimanija in der autonomen kurdischen Region angegriffen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Dabei sei es zu Schäden an Waffendepots gekommen, die den als Peschmerga bekannten Kurdenmilizen gehörten. Explodierende Munition habe auch Verletzungen unter Zivilisten verursacht. Nach Angaben eines Anwohners gab es auch auf die Provinzhauptstadt Erbil erneut Angriffe – die dritte Nacht in Folge. Am späteren Abend seien mindestens vier Explosionen zu hören gewesen. Offizielle Bestätigungen lagen zunächst nicht vor.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus auf Dreiwochentief
Nach den wieder aufgenommenen gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus fast wieder zum Erliegen gekommen. Daten des Anbieters Kpler zufolge passierten am Donnerstag lediglich acht Schiffe die Meerenge. Dies stelle den niedrigsten Wert seit drei Wochen dar, hieß es. Am Mittwoch seien es noch 15 Durchfahrten gewesen. Vor zwei Wochen lag der Zähler noch bei 48 Passagen. Vor Kriegsbeginn Ende Februar durchquerten im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormus.
Chamenei-Berater droht mit großangelegter Offensive
Der Iran ist nach den Worten eines hochrangigen Militärberaters bereit, eine großangelegte Offensive wiederaufzunehmen, sollten die US-Angriffe länger als zwei oder drei Tage andauern. „Der Iran wird sich nicht mehr mit Gegenangriffen begnügen, und keine Grenze wird sicher sein“, zitierte das iranische Staatsfernsehen den Berater des obersten Führers, Mohsen Resai.
UN-Generalsekretär verurteilt Angriffe auf zivile Infrastruktur
UN-Generalsekretär António Guterres hat die Angriffe auf die zivile Infrastruktur im Iran-Krieg als „inakzeptabel“ bezeichnet. „Besonders besorgt“ sei er über die „Angriffe auf die zivile Infrastruktur im Iran und in der gesamten Region“, sagte sein Sprecher Farhan Haq.
Iranische Revolutionsgarde greift thailändisches Schiff an
Die iranische Revolutionsgarde griff einem iranischen Agenturbericht zufolge ein unter thailändischer Flagge fahrendes Schiff in der Straße von Hormus an. Das Schiff habe Warnungen ignoriert und versucht, die Meerenge ohne Erlaubnis zu passieren. Zuvor war bereits ein Handelsschiff im Arabischen Meer etwa 100 Seemeilen östlich der Küste des Omans angegriffen worden. Ein weiteres Handelsschiff ist vor der Küste des Jemen angegriffen worden. Die jemenitische Küstenwache teilte später mit, dass es sich um einen Angriff somalischer Piraten auf einen Öltanker handele.
Acht Tote bei israelischem Angriff auf Trauergemeinde in Gaza
Bei einem israelischen Luftangriff auf eine Trauergemeinde in Nuseirat im zentralen Gazastreifen sind palästinensischen Gesundheitsbehörden zufolge mindestens acht Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Die radikal-islamische Hamas verurteilte den Angriff als „brutales Massaker“. Die Gesamtzahl der an diesem Tag getöteten Palästinenser stieg damit auf mindestens zwölf.
US-Militär zerstört iranischen Überwachungsturm
Das US-Militär hat bei seinen Angriffen gegen den Iran nach eigenen Angaben einen Überwachungsturm für die Seefahrt zerstört. Dieser sei Teil eines maritimen Überwachungsnetzwerks entlang der iranischen Küste am Golf von Oman gewesen. Die iranischen Revolutionsgarden hätten den Turm jahrzehntelang genutzt, um Handelsschiffe zu verfolgen. „Die Zerstörung des Turms schwächt unmittelbar die Fähigkeit der IRGC, Angriffe auf unschuldige zivile Besatzungsmitglieder zu koordinieren.“
Kuwait, Bahrain und Katar melden iranische Angriffe
Die Golfstaaten Kuwait, Bahrain und Katar sowie die autonome Region Kurdistan im Irak sind am Freitag nach eigenen Angaben Ziel iranischer Luftangriffe geworden. In Kuwait wurden Militäreinrichtungen und ein Kraftwerk getroffen. Das kuwaitische Stromministerium rief die Bürger zum Stromsparen auf. Bahrain teilte mit, mehrere iranische Luftangriffe abgewehrt zu haben. Katar meldete die Abwehr eines Raketenangriffs, ein Kind wurde durch Trümmer verletzt.



