Nach einem starken Erdbeben auf der Südinsel Neuseelands hat der Zivilschutz eine Tsunami-Warnung für gefährdete Küstengebiete herausgegeben und die Bevölkerung zur sofortigen Evakuierung aufgerufen. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des Bebens mit 5,9 an, während neuseeländische Behörden von 6,3 sprachen. Das Epizentrum lag nahe der Kleinstadt Te Anau in einer Tiefe von rund 76 Kilometern.
Betroffene Küstenabschnitte und Evakuierungsanweisungen
Die Warnung betrifft die Westküste der Südinsel zwischen dem Milford Sound und Puysegur Point. Die Behörden erklärten, eine Überflutung von Land durch einen Tsunami sei wahrscheinlich. Anwohner wurden aufgefordert, sich „unverzüglich auf höher gelegenes Gelände, außerhalb der Tsunami-Evakuierungszonen oder so weit wie möglich ins Landesinnere“ zu begeben. Auch in Gebieten, in denen das Erdbeben nicht zu spüren war, müsse die Evakuierung sofort erfolgen, da ein zerstörerischer Tsunami möglich sei.
„Bleiben Sie nicht zu Hause, wenn Sie zur Evakuierung aufgefordert werden“, warnte der Zivilschutz. Die Bevölkerung solle nach Möglichkeit zu Fuß gehen, laufen oder mit dem Fahrrad flüchten, um Verkehrsstaus zu vermeiden. Eine Rückkehr sei erst nach einer offiziellen Entwarnung erlaubt.
Stimmen aus der Bevölkerung
Die Anwohnerin Janet Atkinson aus dem nördlich von Te Anau gelegenen Wanaka schilderte der Deutschen Presse-Agentur ihre Eindrücke: „Das Erdbeben hat sich angehört, als würde ein Zug heranrauschen, es war sehr stark.“ Wie viele andere Anwohner verfolge sie die Anweisungen an die Bevölkerung im Radio.
Die Behörden wiesen darauf hin, dass die erste Welle nicht zwangsläufig die größte sei. Die Tsunami-Aktivität könne mehrere Stunden andauern, „und die Gefahr ist real, bis diese Warnung aufgehoben wird“.



