Am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg haben die ukrainischen Streitkräfte die Millionenstadt erneut unter Beschuss genommen. Gouverneur Alexander Beglow und der Zivilschutz informierten die Menschen über einen großangelegten Angriff durch militärische Drohnen. Die Flugabwehr sei aktiv, um die Stadt zu schützen.
Erneuter Angriff auf die Weltkulturerbe-Stadt
Bereits am ersten Tag des Wirtschaftsforums am Mittwoch hatten ukrainische Drohnen eine Ölraffinerie angegriffen. Schwarze Rauchwolken stiegen damals über der Altstadt auf, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Nun folgte der nächste Schlag. Gouverneur Beglow rief die Einwohner auf, in ihren Wohnungen zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. „Es kann zu Unterbrechungen des mobilen Internets kommen“, warnte er auf Telegram. Der Flughafen Pulkowo, der für die internationalen Gäste des Forums wichtig ist, stellte vorübergehend den Flugbetrieb ein.
Brände und Schäden in mehreren russischen Regionen
Im Leningrader Gebiet um St. Petersburg meldete Gouverneur Alexander Drosdenko ebenfalls Drohnenalarm. Die Flugabwehr habe 141 Drohnen abgeschossen. Es sei zu Bränden gekommen. Auch der Ostseehafen von Kronstadt, der von der russischen Kriegsmarine genutzt wird, wurde attackiert. Weitere Drohnenschläge wurden aus dem Gebiet Krasnodar im Süden sowie aus anderen Teilen Russlands gemeldet. Der Hafen von Mariupol in dem von Moskau annektierten Gebiet Donezk sei ebenfalls betroffen. Nach Explosionen seien Öldepots in Brand geraten, berichteten Medien. In sozialen Netzwerken kursierten Videos, die große Feuer und Rauchwolken zeigen, die zunächst nicht unabhängig überprüft werden konnten.
Ukrainische Drohnenangriffe als Thema des Wirtschaftsforums
Die ukrainischen Drohnenattacken gegen die russische Ölindustrie und militärische Ziele waren mehrfach Thema bei dem Wirtschaftsforum, das heute ausklingt. Die Ukraine wehrt sich mit diesen Gegenangriffen gegen den seit gut vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg. Kremlchef Wladimir Putin räumte beim Forum am Freitagabend ein, dass die Angriffe einen „gewissen Schaden“ für die Wirtschaft verursachen. „Diese Attacken führen natürlich zu nichts Gutem“, sagte er. Wichtig sei eine Stärkung der Flugabwehr; Risiken für die russische Wirtschaft gebe es jedoch nicht, meinte der Präsident. Das Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen für Friedensverhandlungen lehnte er ab.



