Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht 21 russische Öltanker im Asowschen Meer mit Drohnen angegriffen. Es handele sich um die zahlenmäßig größte Attacke einer seit Tagen laufenden Angriffswelle, teilte der Generalstab in Kyjiw auf Telegram mit. Neben den Tankern seien auch vier Schlepper, zwei Trockenfrachter und ein Schwimmbagger getroffen worden. Das Ausmaß der Schäden werde derzeit geprüft, hieß es.
Russland meldet geringere Schäden und einen Toten
Russland machte deutlich geringere Angaben zu dem Beschuss. Der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, schrieb in der Nacht, es seien vier Schiffe angegriffen worden. „Ein Mensch wurde getötet, der Matrose auf einem technischen Schiff“, teilte er auf Telegram mit. Seinen Angaben zufolge sind die Schäden an Bord – unter anderem bei einem Tanker, der hochentzündliches Methanol geladen habe – gering. Es bestehe keine Gefahr, dass die Fracht auslaufe. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.
Hintergrund der ukrainischen Angriffswelle
Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine immer wieder Schiffe auf dem Asowschen Meer sowie Umschlagkapazitäten an Land wie den Hafen in Taganrog angegriffen. Kyjiw zielt eigenen Angaben nach darauf ab, die Treibstoffversorgung der im Süden und Osten der Ukraine stationierten russischen Truppen und den lukrativen russischen Ölexport zu unterbinden.
Russischer Raketenangriff auf Kyjiw
Währenddessen ist die ukrainische Hauptstadt in der Nacht erneut unter russischen Raketenbeschuss geraten. Der Feind habe die Stadt mit ballistischen Raketen angegriffen, teilten Bürgermeister Vitali Klitschko und Militärgouverneur Tymur Tkatschenko auf Telegram mit. Sie riefen die Anwohner auf, sich in Schutzräume zu begeben. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens elf Menschen verletzt, darunter ein Kind, wie der Katastrophenschutz mitteilte.
Schäden und Brände in Kyjiw
Bei den nächtlichen Attacken sei es in mehreren Bezirken zu Bränden gekommen. Nach vorläufigen Angaben Tkatschenkos gab es Schäden in einem Stadtbezirk im Ostteil der Stadt. Im Westteil Kyjiws brach demnach ein Brand in einem Bürogebäude aus. Zudem sei ein unbewohntes Gebäude beschädigt worden.
Russische Einnahme von Batschiwsk
Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau die Siedlung Batschiwsk in der nordukrainischen Region Sumy eingenommen. Auch diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.



