Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf russische Schiffe im Schwarzen Meer fortgesetzt. Zwölf weitere Schiffe seien getroffen worden, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf Telegram mit. Darunter waren neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper. Damit steigt die Gesamtzahl der im Juli im Asowschen und Schwarzen Meer getroffenen Schiffe auf 159. „Die Flottenjagd geht weiter“, schrieb Browdi. Ziel sei es, die Logistik für Öl, Treibstoff und Fracht unter Umgehung der Sanktionen zu lähmen. Die Schiffe sollten ausgeschaltet werden. „Es ist nicht das Ziel, die Gewässer mit Ölflecken zu verschmutzen, daher keine Löcher in den Rümpfen“, so Browdi.
Russland bestätigt Angriffe auf Häfen
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen Odessa und Tschornomorsk. Dabei sei auf die von ukrainischen Streitkräften genutzte Hafeninfrastruktur und eine Drohnenproduktionsstätte gezielt worden. In Tschornomorsk sei auch ein Feuerlöschboot getroffen worden. Diese Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Selenskyj meldet Tote und Verletzte bei russischen Angriffen
Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen sind in der Ukraine erneut mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf X mit, dass in Odessa zwei Menschen getötet und fünf verletzt wurden, darunter drei Kinder. Bei einem Luftangriff in der Region Saporischschja seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Insgesamt habe der Feind mehr als 130 Drohnen und acht Raketen eingesetzt. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt, wobei ein Mensch verletzt und Wohnhäuser sowie zivile Infrastruktur beschädigt wurden.
Brände nach Angriff auf Kertsch
Nach einem nächtlichen Angriff sind im russisch besetzten Kertsch mehrere Brände auf dem Bahnhofsgelände sowie nahe militärischer Einrichtungen und Energieinfrastruktur ausgebrochen. Die Monitoring-Gruppe Krymskyj Witer berichtet unter Berufung auf Satellitenaufnahmen von Bränden in Lagerhallen, vermutlich dem Tanklager „Kertsch“, Eisenbahnwaggons und möglicherweise dem Umspannwerk Kertschenska. Weitere Brandherde wurden zwischen Baherowe und Oktjabrske nahe eines ehemaligen Militärflugplatzes registriert. Auch an der Gasaufbereitungsanlage „Baherowe“ und auf der Arabat-Nehrung nahe Ferienanlagen mit stationierten russischen Soldaten kam es zu Bränden.
Putin-Kritiker festgenommen
Der russische Blogger Ilja Remeslo, der Präsident Wladimir Putin und den Ukraine-Krieg kritisiert hatte, wurde wegen des Verdachts der Verbreitung falscher Informationen über die Streitkräfte festgenommen. Remeslo, der zuvor als kremlnah galt, veröffentlichte im März ein Manifest mit dem Titel „Fünf Gründe, warum ich aufgehört habe, Wladimir Putin zu unterstützen“, das sich viral verbreitete.
Großbritannien verstärkt Militärpräsenz in Estland
Großbritannien wird seine militärische Präsenz in Estland erhöhen. Im kommenden Frühjahr sollen 300 weitere britische Soldaten samt Waffen und Ausrüstung in dem an Russland grenzenden EU- und Nato-Land stationiert werden, womit die Gesamtzahl auf 1200 steigt. Dies sieht eine Vereinbarung der Verteidigungsministerien in Tallinn und London vor. „Wir verstärken unsere Präsenz in Estland, um Nato-Territorium zu verteidigen und Russland abzuschrecken“, sagte der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis. Die Truppe werde mit hochmobilen Fahrzeugen, fortschrittlichen Waffensystemen und Hightech-Drohnen ausgerüstet. Die Verlegung soll noch in diesem Jahr beginnen.
Kriegsgegner Nadeschdin warnt vor Katastrophe
Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin warnte, Präsident Putin führe Russland in eine mögliche „Katastrophe“. „Wir müssen den Menschen die Wahrheit sagen, dass der Kurs, den Putin dem Land vorgibt, ein Weg in Richtung Chaos ist und vielleicht sogar in Richtung Katastrophe“, sagte Nadeschdin der AFP. Der 63-Jährige war kurzzeitig festgenommen worden und sieht sich nun Gerichtsverfahren gegenüber. Er gilt als „ausländischer Agent“. Nadeschdin zeigte sich überrascht, wie lange er in Russland frei bleiben konnte.
Selenskyj schlägt Geheimdienstler als Verteidigungsminister vor
Präsident Selenskyj hat Jewhenij Chmara, den geschäftsführenden Leiter des Geheimdienstes SBU, als neuen Verteidigungsminister vorgeschlagen. Die Kandidatur soll bald im Parlament eingereicht werden. Chmara gilt als Experte für Drohneneinsätze und hat den Rang eines Generalmajors. Vorgänger Mychajlo Fedorow war entlassen worden. Seit dem russischen Einmarsch 2022 wird der Verteidigungsminister zum vierten Mal ausgewechselt.
Ukraine weist russische Vorwürfe zu AKW Saporischschja zurück
Das ukrainische Außenministerium wies russische Vorwürfe zurück, wonach die Ukraine für den Tod des Chefingenieurs des Atomkraftwerks Saporischschja verantwortlich sei. „Es wird keine unabhängige Bestätigung der russischen Version vorgelegt“, hieß es. Russland versuche, die internationale Gemeinschaft mit der Drohung eines nuklearen Zwischenfalls einzuschüchtern.
Polen fängt russische Flugzeuge über Ostsee ab
Die polnische Luftwaffe hat drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge über der Ostsee abgefangen. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz schrieb auf X: „Die Russen testen erneut die Leistungsfähigkeit unserer Flugabwehrsysteme.“ Zwei polnische Maschinen fingen zwei russische Su-30 ab, dann wurde ein Aufklärungsflugzeug Il-20 etwa 30 Kilometer vor der Küste gesichtet. Polnische Flieger eskortierten die Il-20 aufs Meer hinaus, wo schwedische Jets die Begleitung übernahmen. Der polnische Luftraum wurde nicht verletzt.
Ukraine ehrt britischen Premier Starmer mit Orden
Die ukrainische Regierung hat den scheidenden britischen Premierminister Keir Starmer bei seinem Abschiedsbesuch in Kyjiw mit dem Orden der Freiheit geehrt. Selenskyj sagte: „Großbritannien stand immer an der Seite der Ukraine und tut dies weiterhin, und das schätzen wir sehr.“ Starmer sicherte weitere Unterstützung zu: „Euer Kampf ist unser Kampf. Eure Sicherheit ist unsere Sicherheit.“
Explosion in Monaco: Geschäftsmann bezichtigt ukrainischen Geheimdienst
Der bei einer Explosion in Monaco schwer verletzte ukrainische Geschäftsmann Wadym Jermolajew bezichtigt den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR der Tat. In einem Schreiben seiner Anwälte heißt es, aktive Offiziere des HUR seien direkt an dem Attentatsversuch beteiligt gewesen. Die Staatsanwaltschaften in Monaco und Nizza ermitteln wegen versuchten Mordes. Jermolajew, seine Partnerin und sein Sohn wurden schwer verletzt.
Kreml spielt Wirtschaftsprobleme herunter – Experte warnt
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow räumte wirtschaftliche Schwierigkeiten ein, nannte sie aber „nicht kritisch“. Der Geschäftsklimaindex der Zentralbank fiel im Juli auf minus 3,6 Zähler, den niedrigsten Stand seit Mitte 2022. Wirtschaftsprofessor Jewgeni Kogan warnte vor einer Stagflation: Die Treibstoffknappheit durch ukrainische Angriffe auf Raffinerien könne die Inflation anheizen und die Wirtschaft in eine Rezession stürzen.
Ukraine und Russland tauschen Soldatenleichen aus
Die Ukraine und Russland haben erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht. Kyjiw erhielt 501 Soldatenleichen, Moskau die Überreste von 31 russischen Soldaten. Seit Anfang 2025 hat die Ukraine fast 21.000 Gefallene zurückerhalten, Russland nur etwas über 660. Der Unterschied wird mit dem russischen Vorrücken erklärt.



