Am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg haben die ukrainischen Streitkräfte die Millionenstadt erneut massiv mit Kampfdrohnen angegriffen. Gouverneur Alexander Beglow und der Zivilschutz informierten die Bevölkerung über einen „großangelegten Angriff durch militärische Drohnen“. Die Flugabwehr sei aktiv gewesen. Bereits am ersten Tag des Forums am Mittwoch hatte ein Angriff auf eine Ölraffinerie schwarze Rauchwolken über der Altstadt verursacht, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Ukraine entschuldigt sich bei Griechenland für Drohnenvorfall
Mehrere Tage nach einer griechischen Protestnote hat sich das ukrainische Außenministerium für den Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne vor der Ferieninsel Lefkada im Ionischen Meer entschuldigt. „Die ukrainische Seite entschuldigt sich für den Vorfall und betont, dass dieser auf Umstände zurückzuführen sei, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden“, schrieb Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf der Plattform X. Dies zeige, dass der Krieg auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten darstelle. Gleichzeitig bedankte sich Kyjiw für die griechische Unterstützung seit Kriegsbeginn 2022. Bereits im Mai hatten Fischer vor Lefkada ein sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor entdeckt, das rund 100 Kilogramm Sprengstoff an Bord hatte. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich.
Schwerer Zwischenfall am AKW Saporischschja
Bei einem schweren Zwischenfall nahe dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) russische Soldaten verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich während der Minenräumung im Rahmen einer lokalen Waffenruhe. Russland warf der Ukraine vor, die von der IAEA vermittelte Feuerpause mit einem Angriff gebrochen zu haben. Die ukrainische Seite teilte der Behörde hingegen mit, sie halte an der Vereinbarung fest. IAEA-Chef Rafael Grossi rief zu maximaler militärischer Zurückhaltung und vollständiger Einhaltung der Waffenruhe auf.
Ukrainische Seedrohne detoniert in rumänischem Hafen
Eine ukrainische Seedrohne ist in einem rumänischen Hafen detoniert. Der Vorfall ereignete sich im Hafen von Constanța, wo die Drohne nach einer Fehlfunktion explodierte. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. Die rumänischen Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Die Ukraine hat sich bisher nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert.
Selenskyj: Putins Absage zeigt mangelnden Friedenswillen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wertet die Absage des russischen Präsidenten Wladimir Putin an ein Treffen zur Beilegung des Konflikts als Zeichen, dass der Kreml den Krieg nicht beenden will. „Leider entscheidet sich die russische Seite einmal mehr für den Krieg“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Alle hätten die schwache Antwort gehört. „Ich denke, diese Antwort wird viele Menschen weltweit enttäuscht haben“, fügte er hinzu.
Kreml: Putin traf Schröder zu Vieraugengespräch
Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Kreml-Angaben zu einem Vieraugengespräch mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) getroffen. „Ja, sie haben sich getroffen. Es war ein gutes Gespräch“, sagte der außenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, der Agentur Interfax. Zum Inhalt und möglichen Perspektiven für Verhandlungen zwischen Russland und der EU konnte er keine Angaben machen. Das Treffen fand im Kreml in Moskau statt. Putin hatte Schröder kürzlich als möglichen Vermittler genannt.
Britischer Premier Starmer warnt vor russischem Angriff auf Nato
Russland könnte nach Angaben des britischen Premierministers Keir Starmer bereits in vier Jahren einen Nato-Staat angreifen. „Nach Einschätzung unserer Geheimdienste und anderer Nato-Staaten könnte es bereits 2030 zu einem Angriff Russlands auf die Nato kommen“, sagte Starmer beim Besuch eines Drohnenherstellers in Südwestengland. Ähnlich hatten sich bereits andere europäische Spitzenpolitiker geäußert. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte im vergangenen Dezember vor einem russischen Angriff binnen fünf Jahren gewarnt. Die Bundeswehr geht davon aus, dass Russland ab 2029 zu einem großangelegten Angriff auf Nato-Gebiet in der Lage sein könnte.
EU-Wirtschaftskommissar gegen Lockerung von Russland-Sanktionen
EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis hat sich gegen eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen. „Es ist klar, dass es jetzt nicht an der Zeit ist, den Druck auf Russland zu verringern. Wir müssen weiterhin Druck ausüben, weiterhin Sanktionen gegen Russland verhängen“, sagte er am Rande des Jahrestreffens der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga. Die EU hat bislang 20 Sanktionspakete gegen Russland erlassen.
Putin will sich nicht mit Selenskyj treffen
Russlands Präsident Wladimir Putin sieht keinen Grund für ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Dies erklärte Putin auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum. Selenskyj hatte zuvor einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er persönliche Gespräche vorschlug. Der Kremlchef sagte, der Brief sei stellenweise unhöflich und wirke nicht wie ein aufrichtiges Angebot. „Ich sehe derzeit keinen Sinn darin“, so Putin.
Bundeskanzler begrüßt Selenskyjs Gesprächsangebot
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Angebot von Selenskyj zu direkten Gesprächen mit Putin begrüßt. „Ich begrüße sehr, dass Präsident Selenskyj erneut ein Angebot gemacht hat, zu sprechen“, sagte Merz am Rande des EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro. Zugleich machte er deutlich, dass die Europäer an möglichen Friedensgesprächen beteiligt sein wollten.
Russland räumt wirtschaftliche Probleme ein
Präsident Putin hat wirtschaftliche Probleme in Russland eingeräumt. „Ja, die wirtschaftliche Dynamik ist derzeit gebremst“, sagte Putin bei seiner Rede auf dem Wirtschaftsforum. Russland sei jetzt auf dem Niveau angekommen, auf dem sich Europa schon jahrelang befinde. In den ersten Kriegsjahren hatte Moskau trotz westlicher Sanktionen Wirtschaftswachstum erzielt, doch das Wachstum hat sich 2025 deutlich abgekühlt. Im ersten Quartal 2026 musste die Regierung einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts konstatieren.
Macron, Starmer, Merz und Selenskyj beraten am Sonntag in London
Der französische Präsident Emmanuel Macron reist am Sonntag zu Gesprächen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach London. Das Treffen dient der engen Abstimmung über die weitere Unterstützung der Ukraine und den Druck auf Russland.
Prozess gegen Wagenbauer Tilly geht in Moskau weiter
Der Prozess gegen den Düsseldorfer Wagenbauer und Satiriker Jacques Tilly an einem Moskauer Gericht geht in die nächste Runde. Am kommenden Dienstag werde es ein Revisionsverfahren geben, sagte Tilly der „Rheinischen Post“. Ein Moskauer Gericht hatte Tilly Anfang April zu achteinhalb Jahren Straflager und einer Geldstrafe verurteilt, wegen Verletzung religiöser Gefühle und angeblicher Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte.
Russland und Ukraine tauschen Kriegsgefangene aus
Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Es seien jeweils 185 Gefangene übergeben worden, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA.
Ukraine erhält weitere Kredithilfe von EBWE und EU
Die Ukraine erhält weitere Hilfe aus dem Westen, um Unternehmen den Zugang zu Finanzmitteln zu sichern. Über den Ukraine-Investitionsrahmen stellen die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die EU zusätzliche Garantien in Höhe von 200 Millionen Euro bereit. Zuschüsse von 105 Millionen Euro und technische Hilfe in Höhe von 10 Millionen Euro werden verfügbar gemacht. Insgesamt sollen neue Kredite in Höhe von 2 Milliarden Euro freigesetzt werden.
Bundesregierung begrüßt Selenskyj-Brief
Die Bundesregierung begrüßt den Brief von Selenskyj an Putin. Es brauche aufseiten Russlands eine „ernsthafte Bereitschaft“, Verhandlungen aufzunehmen, sagte ein Regierungssprecher. Klar sei auch, dass Europa und die USA beteiligt sein müssten. Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic unterstützte das Angebot und forderte eine diplomatische Offensive.
Aserbaidschan: Fünf Tote bei Drohnenangriff auf Frachter
Bei einem Drohnenangriff auf zwei Frachtschiffe im Asowschen Meer sind fünf Aserbaidschaner getötet und drei verletzt worden, erklärte das aserbaidschanische Außenministerium. Der russische Vize-Außenminister Michail Galusin machte die Ukraine für den Vorfall verantwortlich. Das ukrainische Militär gab an, mit Drohnen fünf Schiffe in den Häfen von Mariupol und Berdjansk angegriffen zu haben, die am „Diebstahl“ von ukrainischem Getreide beteiligt gewesen seien.



