Fünfter Tag in Folge: US-Armee bestätigt neue Angriffe auf iranische Ziele
US-Armee bestätigt neue Angriffe auf iranische Ziele

Fünfter Tag in Folge: Neue US-Angriffe gegen den Iran

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben den fünften Tag in Folge Ziele im Iran attackiert. Die Angriffe seien um 14 Uhr US-Ostküstenzeit (21.30 Uhr Ortszeit im Iran) aufgenommen worden, teilte das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf X mit. Ziel sei es, „die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen.“

Das US-Militär hatte erst am Mittwoch erneut und in zwei Wellen den Iran angegriffen. Teheran reagierte mit Beschuss auf Ziele in der Region – unter anderem meldeten die mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain Angriffe. Auch Jordanien meldete erneuten Beschuss aus dem Iran.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran diese Woche einmal mehr mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump am Mittwoch: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Am Dienstag hatte Trump noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.

Leavitt: Iran will weiter Abkommen mit den USA

Der Iran soll nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert sein. „Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Leavitt vor der Hauptstadtpresse in Washington. Es war ihr erster öffentlicher Auftritt im Weißen Haus seit der Geburt ihres zweiten Kindes im Mai. Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Präsident Donald Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife.

Zuvor waren Schiffe bei der Durchfahrt beschossen worden, die Angriffe werden dem Iran zugeschrieben. Dies sei ein Verstoß gegen das von beiden Seiten unterzeichnete Rahmenabkommen, in dem Teheran sich verpflichtet habe, derartige Angriffe zu unterlassen.

Iranische Medien: US-Angriffe um iranische Insel Keschm

Die USA haben iranischen Medienberichten zufolge erneut Angriffe rund um die iranische Golfinsel Keschm nahe der Straße von Hormus ausgeführt. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am Donnerstag unter Berufung auf örtliche Behörden von einem US-Raketenangriff in der Nähe von Keschm. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete, ein Korrespondent habe berichtet, dass Orte rund um die Insel von US-Geschossen getroffen worden seien.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete zudem, dass die Hafenstadt Bandar Abbas am Donnerstagabend Ziel der „Aggression des amerikanischen Feindes“ geworden sei.

Zuletzt war der Konflikt zwischen den USA und dem Iran wieder eskaliert. Der Iran drohte am Donnerstag im Fall von US-Angriffen auf seine Kraftwerke und Brücken mit vernichtenden Angriffen auf die Infrastruktur in umliegenden Ländern. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag mit einer nochmaligen Ausweitung der Angriffe auf den Iran gedroht, falls die Verhandlungen mit Teheran über ein Kriegsende und die Nutzung der Straße von Hormus scheitern sollten.

Huthi drohen Saudi-Arabien mit Angriffen auf Ölanlagen

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen drohen Saudi-Arabien mit Angriffen auf Ölanlagen, sollte sich das Nachbarland an einer „umfassenden Aggression“ gegen den Jemen beteiligen. Auch andere kritische Infrastruktur in dem Land würde dann Ziel der Raketen und Drohnen der Huthi, sagte deren Anführer Abdul Malik al-Huthi. Die Huthi haben Raketen auf das Königreich abgefeuert, nachdem sie Riad beschuldigt hatten, am Montag den Flughafen in Sanaa bombardiert zu haben. Damit endete eine vierjährige Waffenruhe zwischen den schiitischen Huthi und dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Die Huthi-Rebellen hatten Ende 2014 den von Saudi-Arabien unterstützten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gestürzt, dem sie Korruption und Misswirtschaft vorwarfen. 2015 schaltete sich Saudi-Arabien in den Konflikt ein und schmiedete eine Allianz sunnitischer Länder gegen die Huthi. Während der Kämpfe wurden Zehntausende Menschen getötet. Die Wirtschaft des Jemens ist zusammengebrochen. Die Huthi kontrollieren Sanaa, während die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien und anderen Golf-Staaten unterstützt wird, in Aden im Süden des Landes sitzt.

Insider: Iran fordert Huthi-Miliz zu Vorbereitung von Blockade am Roten Meer auf

Iran hat die Huthi-Rebellen im Jemen Insidern zufolge aufgefordert, sich auf eine Sperrung des Seewegs für Öltransporte im Roten Meer vorzubereiten. Dies solle für den Fall geschehen, dass die USA die iranische Energieinfrastruktur angreifen, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Ein solcher Schritt würde die weltweite Energieversorgung massiv bedrohen, da die wichtigste Route durch die Straße von Hormus bereits vom Iran blockiert wird.

Die Pläne wurden in der Führung der Islamischen Republik diskutiert und an die verbündeten Huthis übermittelt, hieß es aus iranischen und regionalen Kreisen. Eine Stellungnahme des iranischen Außenministeriums oder der Huthis lag zunächst nicht vor. Einem Insider aus dem Umfeld der jemenitischen Miliz zufolge haben die Rebellen ihre Vorbereitungen für Angriffe auf die Schifffahrt abgeschlossen. Sie hätten Raketen und Drohnen nahe der Meerenge Bab al-Mandab stationiert und warteten auf weitere Befehle. Die Entscheidung über eine Sperrung der Meerenge liege bei Vertretern der iranischen Revolutionsgarde (IRGC), die sich im Jemen aufhielten.

Syrien: Waffenlieferung für Hisbollah an Grenze zum Irak abgefangen

Syrien hat nach eigenen Angaben an seiner Grenze zum Irak eine für die pro-iranische Hisbollah im Libanon bestimmte Waffenlieferung abgefangen. Die Waffen, darunter auch Raketen, seien an der Grenze zu seinem östlichen Nachbarland beschlagnahmt worden, erfuhr die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag aus Kreisen des syrischen Innenministeriums. Syriens Übergangsregierung steht der vom Iran finanzierten Miliz feindlich gegenüber, die mit dem gestürzten Machthaber Baschar al-Assad verbündet war.

Den Innenministeriumskreisen zufolge „vereitelten Spezialeinheiten einen Versuch, eine Lieferung hochentwickelter Waffen und Raketen über die syrisch-irakische Grenze zu bringen“. Erste Ermittlungen ergaben demnach, dass „die Lieferung durch Syrien zugunsten der terroristischen Hisbollah-Miliz transportiert werden sollte“.

Beobachter verzeichnen Zunahme israelischer Angriffe im Gazastreifen

Bei neuen israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen. Zeitgleich berichtete die US-Beobachtungsstelle ACLED über einen deutlichen Anstieg israelischer Angriffe auf ein Niveau, das seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe im Oktober nicht mehr erreicht worden sei. Im Juni seien mehr als 40 Luft- und Drohnenangriffe auf die radikal-islamische Hamas und andere militante Gruppen registriert worden – der höchste Monatswert seit dem Abkommen.

„Da die Opposition in Umfragen vorne liegt, wächst der innenpolitische Druck auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, eine härtere Sicherheitslinie gegenüber der Hamas einzuschlagen“, sagte Nasser Chdur von ACLED mit Blick auf die israelische Parlamentswahl im Oktober.

Iran greift erneut Kuwait an – Schiff vor irakischer Küste getroffen

Das Golfemirat Kuwait ist nach Armeeangaben erneut mit Drohnen aus dem Iran angegriffen worden. Die Luftabwehr bekämpfe derzeit „feindliche Drohnenangriffe“ infolge der „kriminellen Aggression des Iran“, erklärte der kuwaitische Generalstab am Donnerstag. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren in Kuwait Explosionen zu hören, dem Generalstab zufolge wurden diese vom Abfangen der Drohnen verursacht.

Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte Kuwait iranische Drohnenangriffe gemeldet. Das iranische Militär erklärte, Radaranlagen, ein Patriot-Luftabwehrsystem und Treibstofflager auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem angegriffen zu haben. Auch US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Jordanien wurden nach iranischen Angaben attackiert.

Vor der südirakischen Hafenstadt Basra traf unterdessen eine Drohne ein Schiff. Der Frachter kam nach Angaben eines irakischen Sicherheitsvertreters aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und transportierte Fahrzeuge von US-Herstellern. Der Angriff ereignete sich nahe eines irakischen Ölterminals. Zur Herkunft der Drohne gab es zunächst keine Angaben.

Das irakische Ölministerium erklärte, Berichte über den Einschlag eines unbekannten Objekts auf einem Tankschiff würden geprüft. Bereits zuvor hatte der Irak nach eigenen Angaben Drohnen über der nordirakischen Kurdenregion abgeschossen.

Der Iran warf den USA derweil einen „barbarischen Angriff“ vor, nachdem ein Krebskrankenhaus in Ahwas wegen Einschlägen in der Nähe evakuiert worden war. Nach Angaben von Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei mussten 211 Patientinnen und Patienten, die dort eine Chemotherapie erhielten, in Sicherheit gebracht werden. Bakaei sprach von einem „barbarischen Angriff“.

Pakistan ruft USA und Iran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf

Pakistan will im Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter vermitteln, um die Umsetzung des im Juni unterzeichneten Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges voranzubringen. „Während die Umsetzung des Abkommens vor Herausforderungen steht, wird Pakistan weiter alle Seiten ermuntern, die Gewalt zu beenden und Gespräche auf technischer Ebene in Übereinstimmung mit dem Rahmenabkommen wieder aufzunehmen“, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Islamabad, Tahir Andrabi, am Donnerstag vor Journalisten.

Andrabi äußerte zudem die Hoffnung auf eine rasche Normalisierung in der für den weltweiten Handel mit Öl und Gas wichtigen Straße von Hormus. Pakistan betone die Wichtigkeit, die „Sicherheit und Freiheit der Seeschifffahrt zu gewährleisten“, sagte er.

Israel will in „Sicherheitszonen“ in Libanon, Syrien und Gaza bleiben

Israel hat nach eigenen Angaben die USA darüber informiert, dass es aus Sicherheitsgründen sein Militär in den Pufferzonen im Libanon, in Syrien und im Gazastreifen belassen werde. Verteidigungsminister Israel Katz habe gegenüber seinem US-Kollegen Pete Hegseth „Israels Entschlossenheit unterstrichen, in den Sicherheitszonen in Syrien, im Gazastreifen und im Libanon zu bleiben, um Israels Grenzen und die grenznahen Ortschaften vor den Bedrohungen durch Dschihadisten-Gruppen zu schützen“, erklärte sein Büro am Donnerstag.

Den Angaben zufolge telefonierten Katz und Hegseth in der Nacht zu Donnerstag miteinander. Israels Verteidigungsminister sagte demnach, dass Israel die USA „nie gebeten“ habe, an seinen Grenzen „an unserer Stelle zu agieren“. Seine Äußerungen erfolgten wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Berichten des US-Nachrichtenportals Axios zufolge aufgefordert hatte, die israelischen Streitkräfte aus Syrien und dem Libanon abzuziehen.

Trumps Ex-Verteidigungsminister: USA können Iran-Krieg nicht aus der Luft gewinnen

US-Präsident Donald Trump will die Luftangriffe auf den Iran ausweiten, um das Regime in Teheran in die Knie zu zwingen. Doch Mark Esper, Verteidigungsminister in Trumps erster Amtszeit, bezweifelt, dass das gelingen kann. Der Zeitung „Financial Times“ sagte er: „Ich bin mir nicht sicher, ob es eine große Veränderung bringen würde, wenn wir die Bombardements so wieder aufnehmen, wie wir es vor Monaten getan haben, und sie über einen längeren Zeitraum fortsetzen.“ Teherans Wille, die Straße von Hormus zu kontrollieren, lasse sich so nicht brechen, so Esper.

Stattdessen müssten die USA versuchen, den Iran „wirtschaftlich zu strangulieren“. Dazu seien jedoch „Zeit, Geduld und Disziplin“ sowie internationale Unterstützung nötig. Und das Vorgehen habe einen Preis: „für eine gewisse Zeit höhere Benzinpreise“.

Esper, den Trump kurz nach seiner Wahlniederlage 2020 entlassen hatte, nannte „zwei Maßstäbe“ für den US-Erfolg im Iran-Krieg: Zum einen die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus, wie vor dem Krieg. Und zum anderen ein Atomabkommen mit dem Iran, das „mindestens genauso gut – wahrscheinlich aber besser“ sein müsse als das von Barack Obama.

Netanjahu sagt US-Reise ab

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist in den kommenden Tagen doch nicht in die USA. Grund dafür sei, dass die Beisetzung von US-Senator Lindsey Graham auf Ende des Monats verschoben worden sei, teilt das Büro des Ministerpräsidenten mit. Ursprünglich hatte Netanjahu einem Insider zufolge am Samstag in die USA reisen wollen. Er strebe dort ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump an, hieß es am Mittwoch. Ob diese Begegnung zustande kommen würde, galt jedoch als unklar.

Sprit immer teurer – Dieselpreis springt mehr als 6 Cent

Die Spritpreise steigen vor dem Hintergrund der erneuten Eskalation im Iran-Konflikt immer schneller. Diesel verteuerte sich alleine von Dienstag auf Mittwoch im Tagesdurchschnitt um 6,2 Cent, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Das ist – abgesehen vom Ende des Tankrabatts – der höchste Tagessprung seit fast vier Monaten.

Im Tagesschnitt des Mittwochs kostete ein Liter Diesel 2,132 Euro. Binnen zehn Tagen hat sich der Kraftstoff damit um 18,6 Cent verteuert. Zudem hat er zum ersten Mal seit Mitte Mai Superbenzin der Sorte E10 überholt, das am Mittwoch 2,117 Euro pro Liter kostete.

Israels Parlament beschließt umstrittenes Mediengesetz

Das israelische Parlament hat ein umstrittenes Mediengesetz gebilligt. Laut Kommunikationsminister Schlomo Karhi soll die Reform den bisher regulierten Sektor durch den Abbau von Bürokratie liberalisieren und den Wettbewerb stärken. Kritiker dagegen fürchten, dass das Gesetz es der Regierung ermöglicht, Einfluss auf die Medien zu nehmen. Sie befürchten auch mehr Druck auf regierungskritische Sender.

Das neue Gesetz sieht eine neue Medienbehörde vor, bei der die Regierung einen deutlich größeren Einfluss auf die Besetzung erhält. Befürworter argumentieren, israelische Medien seien eher links oder liberal und konservative Positionen kämen zu kurz. Deshalb seien ausgewogenere Wettbewerbsbedingungen notwendig. Ob das oberste Gericht das Gesetz nach Klagen ganz oder in Teilen kippen wird, bleibt vorerst unklar. Petitionen gegen das neue Gesetz wurden israelischen Medienberichten zufolge bereits bei Gericht eingereicht.

Da sich das Parlament vor der für den 27. Oktober 2026 geplanten Neuwahl am Freitag auflösen wird, beschließt die Regierungskoalition derzeit mehrere umstrittene Vorhaben im Eilverfahren. So hatte die Knesset am Mittwoch die Befugnisse der Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara deutlich eingeschränkt.