Washington – Im Krieg gegen den Iran zeichnet sich ein Munitionsproblem ab: Die USA haben laut Insidern nahezu alle ihre landgestützten Präzisionsraketen vom Typ ATACMS und PrSM verschossen. Auch bei Tomahawk-Marschflugkörpern und Raketenabwehrsystemen schrumpfen die Bestände dramatisch. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere Quellen.
Raketenbestände der USA fast erschöpft
Die landgestützten Boden-Boden-Raketen ATACMS (Army Tactical Missile System) und PrSM (Precision Strike Missile) gelten als unverzichtbar für Konflikte mit China oder Russland. Jede dieser Waffen kostet mehr als eine Million Dollar. Insidern zufolge haben die USA „nahezu alle“ dieser Raketen seit Kriegsbeginn Ende Februar eingesetzt.
Zusätzlich sollen die USA knapp die Hälfte ihres weltweiten Bestands an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht haben. Die Reserven an Patriot-Abfangraketen und THAAD-Systemen zur Raketenabwehr sinken ebenfalls rapide. Ein Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) beziffert den Verbrauch an Patriot-Abfangraketen zwischen Februar und Juli auf rund 65 Prozent. Die THAAD-Bestände seien um mindestens 38 Prozent gesunken. Zwei Insider bestätigten, dass diese Zahlen mit internen US-Daten übereinstimmen.
Trump und Pentagon beschwichtigen
US-Präsident Donald Trump (80) will von Engpässen nichts wissen. In einer Erklärung des Weißen Hauses heißt es, die USA hätten „weit mehr Munition als irgendjemand sonst auf der Welt“ und „weit mehr, als wir brauchen“. Zudem würden Rüstungsunternehmen ihre Produktion auf Rekordniveau steigern.
Auch das Pentagon weist die Sorgen zurück. Sprecher Sean Parnell (63) erklärte: „Das amerikanische Militär ist das mächtigste der Welt und verfügt über alles, was es braucht, um zu einem vom Präsidenten gewählten Zeitpunkt und Ort zu handeln.“
Experten sehen die Lage allerdings differenzierter. Zwar laufe die Produktion vieler Waffensysteme auf Hochtouren. Bei einem langwierigen Krieg könnten die Vorräte jedoch knapp werden.
Gründe für den hohen Munitionsverbrauch
Die USA greifen gemeinsam mit Israel den Iran an. Ursprünglich war mit einem kurzen Konflikt gerechnet worden – doch alle Friedensbemühungen blieben bislang erfolglos.
Ein Insider erklärt den enormen Munitionsverbrauch damit, dass die Trump-Regierung bewusst riskante Einsätze mit bemannten Kampfflugzeugen vermeiden wolle. Gleichzeitig wird in Washington intensiv darüber diskutiert, wie lange die Angriffe fortgesetzt werden können, ohne die Fähigkeit der US-Streitkräfte zu gefährden, auf andere Krisen weltweit zu reagieren.



