US-Regierung uneins über Iran-Abkommen: Trump droht mit Bomben
US-Regierung uneins über Iran-Abkommen: Trump droht

US-Regierung uneins über Iran-Abkommen: Trump droht mit Bomben

Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges stößt innerhalb der US-Regierung auf erhebliche Zweifel. Wie CNN unter Berufung auf mehrere hochrangige Regierungsvertreter berichtet, hatten und haben diverse Minister Bedenken hinsichtlich der Verlässlichkeit des Irans. Insbesondere CIA-Direktor John Ratcliffe und Verteidigungsminister Pete Hegseth äußerten Skepsis, ob die Iraner ihre Zusagen zu substanziellen Zugeständnissen bei ihrem Atomprogramm einhalten würden. Auch Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance hätten zu verschiedenen Zeitpunkten ernsthafte Bedenken geäußert. Auf Druck von US-Präsident Trump hätten sie sich jedoch schließlich geeinigt. „Wir haben den Krieg beendet, weil Donald Trump den Krieg beenden wollte und der Ansicht war, dass er genug in der Hand hatte, um ihn zu beenden“, zitierte CNN einen direkt an den Gesprächen beteiligten Regierungsvertreter.

Trump warnt Iran erneut mit Bombendrohung

Zwei Tage vor der geplanten Unterzeichnung des Rahmenabkommens hat US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut gedroht. „Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir direkt wieder damit beginnen, Bomben mitten auf ihre Köpfe zu werfen“, sagte Trump am Rande des G7-Gipfels am Genfersee. Die Drohung unterstreicht das Misstrauen, das trotz der bevorstehenden Unterzeichnung fortbesteht.

US-Offizielle spielen Wortlaut des Memorandums herunter

Vertreter der US-Regierung haben CNN zufolge den Wortlaut der Absichtserklärung mit dem Iran als bewusst vage beschrieben. Das Dokument diene vor allem dazu, ein günstigeres Umfeld für die anstehenden, hochtechnischen Gespräche für ein endgültiges Abkommen zu schaffen. Zugleich solle es dem Iran ermöglichen, das Ergebnis gegenüber der eigenen Bevölkerung politisch zu verkaufen. „Wichtiger als das eigentliche Dokument sind die Absprachen, die wir untereinander getroffen haben“, zitierte CNN einen Offiziellen. Trumps Verhandlungsteam habe Formulierungen ausgearbeitet, die es dem Iran erlauben, das zu sagen, was er für seine Innenpolitik sagen müsse. Der Iran werde nur dann von den Vorteilen der Absichtserklärung profitieren, wenn er alle vereinbarten Punkte einhalte – einschließlich des Verzichts auf Atomwaffen, der Neutralisierung seines angereicherten Materials und der Nichtbeeinträchtigung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus.

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Israel fliegt Luftangriffe im Libanon – Iran droht mit harter Reaktion

Ungeachtet der Waffenruhe-Vereinbarung hat Israel erneut Luftangriffe im Süden des Libanon geflogen. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA zielten die Angriffe auf die Region Nabatije al-Fauka und die östlichen Ausläufer der Stadt Kfar Tebnit. Zudem wurde ein israelischer Drohnenangriff in der Stadt Ansarijeh gemeldet. Das israelische Militär erklärte, man habe auf erneuten Raketenbeschuss der Hisbollah reagiert. Die vom Iran unterstützte Miliz hatte trotz des Rahmenabkommens Raketen auf israelische Soldaten abgefeuert. Die iranische Armee drohte Israel daraufhin mit einer „harten Reaktion“, sollte die Aggression im Süden des Libanon nicht eingestellt werden. Israelische Angriffe am Vortag hatten bereits vier Tote gefordert.

IEA: Ölvorräte auf niedrigstem Stand seit 1990

Der Iran-Krieg hat die Ölvorräte der Industrienationen drastisch reduziert. Wie die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem Monatsbericht mitteilte, fielen die Ölreserven in den OECD-Ländern im Mai auf den niedrigsten Stand seit 1990. Die weltweiten Lagerbestände sanken bis zum 12. Juni um 252 Millionen Barrel, allein in den OECD-Staaten wurden 163 Millionen Barrel entnommen. Die Regierungen hatten ihre Bestände angezapft, um die Blockade der Rohöllieferungen aus der Golfregion auszugleichen.

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Reiche: Kriegsende könnte Inflation dämpfen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwartet nach der Einigung auf ein Rahmenabkommen eine spürbare Entlastung für die deutsche Wirtschaft. Die bereits fallenden Energiepreise würden die Verbraucherpreise senken und die Inflation dämpfen, sagte Reiche in Berlin. Die hohe Teuerung sei der Faktor gewesen, der ein mögliches Wirtschaftswachstum sehr schwer gemacht hätte. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Lieferketten schnell entspannen würden – nicht nur für Öl und Gas, sondern auch für Chemieprodukte und Aluminium.

Iranische Ölexporte wieder angelaufen

Nach der Vereinbarung mit den USA hat der Iran seine Ölexporte per Schiff wieder aufgenommen. Mehrere Tanker verließen das zuvor von der US-Marine blockierte Seegebiet, wie die Website TankerTrackers mitteilte. Die Supertanker Diona und Hero2 mit insgesamt 3,8 Millionen Barrel Öl sowie ein dritter Tanker mit einer Million Barrel passierten die Blockade. Die USA hatten die Blockade iranischer Häfen bereits am Dienstag beendet. Die Straße von Hormus soll wieder geöffnet werden – allerdings gibt es unterschiedliche Angaben zu den Konditionen.

Bericht: 300-Milliarden-Dollar-Fonds für Wiederaufbau geplant

Insidern zufolge sieht das geplante Abkommen einen privaten Investitionsfonds von 300 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des Iran vor. Mehr als die Hälfte dieser Summe sei bereits von Unternehmen aus den USA, den Golfstaaten, Asien, Südamerika und Afrika zugesagt, berichtete Reuters. Der Fonds solle beiden Seiten einen wirtschaftlichen Anreiz bieten, ein endgültiges Abkommen zu schließen. Die Investitionen sollen in die Bereiche Energie, Logistik, Industrie und Transport fließen. Der Fonds werde erst nach Abschluss eines endgültigen Abkommens aktiv.

Iranische Fans unter Druck

Die iranische Justiz will gegen Fußballfans vorgehen, die beim WM-Spiel gegen Neuseeland die Nationalhymne missachtet und kritische Slogans gerufen haben. Nach Angaben des Nachrichtenportals Nour News wurden viele bereits identifiziert. Ihnen droht die Beschlagnahmung ihrer Vermögenswerte. Auch bei den nächsten WM-Spielen will die Justiz gegen „Störenfriede“ vorgehen. Der Iran hatte gegen Neuseeland 2:2 gespielt.