Berlin – Die Kritik ist angekommen. Die Konsequenzen wurden gezogen. Nur wenige Tage, nachdem der öffentliche Druck immer lauter geworden war, hat der renommierte Regisseur Wim Wenders (80) eine drastische Entscheidung getroffen. Nach dem Eklat um eine Nacktszene mit der damals erst 13 Jahre alten Schauspielerin Nastassja Kinski (heute 65) soll der Film „Falsche Bewegung“ vorerst nicht mehr gezeigt werden.
Film wird aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen
Wie die Wim-Wenders-Stiftung mitteilte, werde der Film aus sämtlichen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen. Das bedeutet, dass das Werk weder im Kino, im Fernsehen noch auf Streaming-Plattformen oder in anderen Medien verfügbar sein wird. Die Entscheidung sei nach reiflicher Überlegung und angesichts der öffentlichen Debatte gefallen.
Hintergrund des Skandals
Die Diskussion um die Nacktszene war neu entbrannt, nachdem alte Aufnahmen und Interviews wieder aufgetaucht waren. Nastassja Kinski war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 13 Jahre alt, was in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte um Kinderschutz und sexuelle Ausbeutung für Empörung sorgte. Wenders selbst hatte sich in der Vergangenheit zu der Szene geäußert und sie als künstlerisch notwendig verteidigt, doch der Druck der Öffentlichkeit und von Aktivisten wurde zuletzt unüberhörbar.
Reaktionen aus der Filmbranche
Die Entscheidung von Wenders und seiner Stiftung stößt in der Filmbranche auf gemischte Reaktionen. Während einige Kollegen den Schritt als überfällig bezeichnen, warnen andere vor einer Zensur von Kunstwerken aus vergangenen Zeiten. Die Debatte um die Darstellung von Minderjährigen in Filmen ist jedoch nicht neu und hat in den letzten Jahren an Intensität gewonnen.
Die Wim-Wenders-Stiftung betonte, dass man sich der Verantwortung bewusst sei und den Schritt aus Respekt vor den Betroffenen und der aktuellen gesellschaftlichen Sensibilität gehe. Weitere Details zu einer möglichen Überarbeitung oder dauerhaften Archivierung des Films wurden zunächst nicht bekannt gegeben.



