Kurz vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft sorgt ein explosiver Fund für Alarm in Mexiko-Stadt. Die Polizei entdeckte in einem Bus mit anreisenden Demonstranten insgesamt 59 Sprengsätze. Das bestätigte das Innenministerium nur wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel im legendären Aztekenstadion.
Innenministerium warnt vor Gefahr
Mexikos Staatssekretär Arturo Medina stellte klar: „Wir befürworten friedliche Demonstrationen, aber die Bevölkerung darf durch den Einsatz von Sprengkörpern bei Protesten nicht gefährdet werden.“ Die mexikanischen Lehrerproteste spitzen sich kurz vor der WM weiter zu.
Lehrergewerkschaft CNTE protestiert
Seit Tagen protestieren radikale Mitglieder der Lehrergewerkschaft CNTE in der 23-Millionen-Metropole gegen eine umstrittene Rentenreform sowie für deutlich höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Wichtige Verkehrsachsen sind blockiert, im historischen Zentrum wurde ein großes Zeltlager errichtet.
Gewaltsame Auseinandersetzungen
Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Demonstranten schlugen mit abgebrochenen Laternenstangen gegen Gebäude des Bildungsministeriums und legten Feuer, die Polizei setzte Tränengas ein. Die Protestierenden wollen die weltweite Aufmerksamkeit rund um die WM nutzen, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen.
Präsidentin setzt auf Deeskalation
Präsidentin Claudia Sheinbaum setzt bislang auf Deeskalation und lehnt ein hartes Vorgehen kurz vor dem Turnier ab. Doch die Lage bleibt angespannt. Weitere Massenproteste rund um das Eröffnungsspiel sind angekündigt. Während in Mexiko-Stadt die Proteste der Lehrergewerkschaft längst eskaliert sind und es immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei kommt, spitzt sich die Lage vor dem WM-Start weiter zu.
Weitere Proteste vor WM-Auftakt
Nicht nur die Lehrer machen mobil: Auch Angehörige von rund 130.000 in Mexiko als vermisst geltenden Menschen wollen die weltweite Aufmerksamkeit nutzen. Hinzu kommen Bauern und Lastwagenfahrer, die ebenfalls Proteste und Straßenblockaden angekündigt haben. Kurz vor dem Anpfiff droht der Hauptstadt damit ein massives Verkehrs- und Sicherheitschaos.
Fünf Millionen Besucher erwartet
Rund fünf Millionen Besucher werden zum Turnier erwartet, etwa 100.000 Sicherheitskräfte sollen für Schutz sorgen. Am Donnerstag eröffnet Gastgeber Mexiko gegen Südafrika die WM im Aztekenstadion. Doch der Fund der Sprengsätze zeigt einmal mehr: Die Stimmung im Gastgeberland ist wenige Tage vor dem Anpfiff alles andere als entspannt.



